Mein erster Kranich

Heute ging es zum Motosu-See. Von dort aus wollten wir, also Clive, meine Chefin Junko sowie meine Kollegen Endo und Yuichan und ich, einen Blick auf den Fuji werfen. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zu viele Wolken versperrten uns den Blick auf den Vulkan und dazu war es auch noch kalt und windig.

 

 

Also rein in die warme Stube oder besser gesagt in ein kleines Stempelmuseum. Stempel und Siegel waren bis vor wenigen Jahren noch per Gesetz wichtigen Personen und Institutionen vorbehalten. Was auch immer „wichtig“ bedeuten mag, nicht jeder konnte sich einen Stempel oder ein Siegel zulegen. Die Vielfalt der letzten Jahrhunderte an verwendeten Materialien wie Gesteine und Mineralien, Elfenbein, Edelmetalle oder einfach nur Holz und natürlich an Größen und Formen mit detailreichen Verzierungen konnte man bestaunen. Das Beste war jedoch, dass man sein eigenes Siegel aus einem weichen Stein fertigen konnte. Ich hatte soweit Glück, denn mein Name in Katakana geschrieben sieht so aus リコ.  Kurz und knapp. Da war also nicht viel zu tun. Wenn Japaner ihren Namen allerdings in Kanji schreiben müssen, dann wird es schon komplizierter. Auf jeden Fall ist mein Siegel ein tolles Souvenir.

 

 

Es ging weiter in eine Papiermanufaktur. Dort konnten sich jeder selbst einen Fächer basteln. Also Zellulosefasern mit Wasser vermengt auf ein feines Sieb geben und sorgfältig verteilen, dann den Fächerrohling drauf und darüber noch einmal das Faser-Wasser-Gemenge. Das Ganze bemalt, getrocknet und vorerst grob ausgeschnitten. Na ja, der große Da Vinci bin ich nun nicht, wie man sieht. Und ganz typisch Japan, habe ich heute meinen ersten Kranich gefaltet (Stichwort Origami). Ganz stolz! 🙂

 

Yagi Bushi

Yagi Bushi, allgemein als Regenschirmtanz bekannt, ist ein kleines Sahnestück japanischer Tradition, der aus China kommend seit mehr als dreihundert Jahren seinen Platz in der Festkultur hat. Mein Freund Endo San zeigt engagiert eine Vorstellung mit der Kiraku-Gruppe (kiraku bedeutet fröhlich).
Am Ende durften die Gäste selber die Trommel in die Hand nehmen und sie hatten sichtlich ihren Spaß dabei. Einfach eine heitere Stimmung die da verbreitet wird.

 

Mooskuchen

Ein thüringer Rezept findet seinen Weg nach Japan. Die Mädels vom Hotel backen ganz gern und der Kuchen wird natürlich auch den Gästen angeboten. Zu meinem Geburtstag buk mir meine Oma immer einen Mooskuchen. Dunkler Boden, Eischnee mit Kokosfett vermengt und Kaffee oben drauf, der das Eiweiß grün färbt.
Es war eine kleine Hürde zu erklären, wie was zusammengerührt wird. Da ging in der Küche erst einmal ein wenig schief aber am Ende haben wir es mit Bravur gemeistert. Und der Geschmack überzeugt Gott sei Dank alle. Jetzt wird er wohl auch seinen Weg auf die Speisekarte finden.