Da bin ich nun…

… Australien 😀

Die Anreise verlief problemlos und die ersten acht Kilometer vom Cairnser Flughafen zum Hostel habe ich auch schon hinter mir. Cairns, das liegt weit im Norden der Ostküste Australiens. Es ist heiß hier. Sehr heiß. Die Bewohner der gesamten Küstenregion schmelzen unter einem Jahrhundertsommer einfach nur dahin. Mit lokalen Temperaturen von bis zu 45°C liegt alles weit über dem Mittel aber für die kommenden Tage ist wieder mit Normalzustand zu rechnen. Also 35°C und auch Regen ist in Sicht. Das macht es dann auch für mich leichter, wenn ich meine Füße entlang des Highways schwinge.

Australien – Neuer Kontinent – Neues Glück – Und viel mehr, was mich umbringen kann. Auf meinem Weg in die Stadt sah ich schon die ersten Warnschilder an den Flüssen. „Achtung Krokodile“ Man solle möglichst das Baden und Fischen unterlassen. Ja, eine Begegnung, die ich nicht haben muss. Ebenso sind mir auch die ganzen Schlangen und Spinnen ein Graus. Gestern Abend krallte sich irgendein großer Käfer an meinen Zeh und ich hab mich so erschrocken. Es dauerte einen Moment, bis ich ihn da runterbekommen hatte und war leicht panisch. Kontakt unerwünscht! Ganz besonders muss ich mich vor diesen riesigen Koalabären in Acht nehmen, damit die mich nicht fressen. 😉

Aber sonst macht alles einen guten Eindruck. Die Stadt ist sehr gepflegt und aufgeräumt. Kein chaotischer Verkehr mehr. Alles läuft hier in geordneten Bahnen. Das ist ein großer Unterschied zu vielen Teilen Asiens. Den ersten Eukalyptus habe ich schon entdeckt. Die Leute sind ebenfalls gut drauf. Ein paar fragten mich schon auf der Straße, was ich hier vorhabe, als sie mich mit meinem Wagen laufen sahen oder ich mir in einem Laden für Campingzubehör eine neue Matte besorgte. Alle waren total begeistert und wünschten mir viel Glück und Erfolg. Es ist recht einfach hier ins Gespräch zu kommen. Alle sind sehr aufgeschlossen.

Es wird sicherlich spannend diesen neuen Kontinent zu bereisen.

Cairns Botanic Gardens

Einen kleinen Eindruck von der Vegetation Australiens bekam ich heute im Botanischen Garten von Cairns. Ein hübscher Flecken an den man es aushalten kann, besucht man ihn nicht gerade in der Hitze der Nachmittagsstunden. Von „schon mal gesehen“ bis hin zu „mir völlig neu“ und „eigenartiges Teil“ war für das Auge alles dabei. Hier eine kleine Auswahl.

 

Little Italy

Die ersten zwei Wochen auf australischen Boden liegen hinter mir und all die Eindrücke, die ich jetzt schon in mich aufnehmen konnte möchte ich mit den Worten Staunen, Inspiration und Genugtuung beschreiben. Es ist ein großer Wandel, der sich hier auf den ersten Kilometern vollzogen hat. Eine völlig neue Welt die sich da vor mir auftut, weit weg von Asien. Es ist ein Fleck auf unserer Erde, der um ganze Zeitalter älter ist. Ein Blick in die Natur verrät, dass hier die Zeit langsamer läuft. Cydaden, palmenartige Farne, die sich in Jahrmillionen kaum verändert haben und die vielen Bäume, die nach Buschfeuern schwer beschädigt, wieder grün treiben. Nichts scheint sich ändern zu wollen. Alles strebt nach Bestand. Und wenn ich so nachts in meinen Zelt liege und alle die neuen Geräusche höre… Es ist eine neue Welt und ein neuer Geist die mich umgeben.

 

Die ersten Tage ging es vorbei an scheinbar endlosen Zuckerrohrfeldern. Ich fragte an einem der verstreut liegenden Häuser, ob ich nebenan mein Zelt aufstellen dürfe. Sohn und Mutter redeten irgendwas aber es war kein Englisch. Sie erklärten mir, dass sie italienische Wurzeln haben und ich noch viel mehr italienischstämmige Leute in dieser Region finden werde. Dem war auch am zweiten Abend so, als ich den Besitzer auf seine große Nase aufmerksam macht und fragte ob er auch Italiener sei. Und klar war er das. Viele Italiener migrierten nach dem zweiten Weltkrieg nach Australien und ließen sich hier im Norden der Ostküste nieder. So wird dieser Teil auch gerne „Little Italy“ genannt.

 

In Summe finde ich bis jetzt den australischen Menschenschlag recht entspannt. Schön, wenn man in der Mittagshitze einfach mal ein kaltes Wasser von den Autofahrern gereicht bekommt oder mir eines Morgens, als ich mein Zelt zusammenpackte, eine Spaziergängerin mit ihrem Hund kam und mir einen großen Beutel mit Bananen, Ananas, Mangos uns Passionsfrüchten brachte.

Zweimal wurde ich auch ins Haus eingeladen. Man hält Smalltalk auf der Straße und dann heißt es plötzlich „Wenn du magst, kannst du heute bei uns schlafen.“ Ein Angebot, dass ich nicht ablehnen kann. Steaks und dicke Fritten und auch mal ein frischer Salat. Selbstgebrautes Bier oder gar selbstgebrannter Bourbon. Eine heiße Dusche und die Wäsche frisch gewaschen. Tolle Begegnungen mit tollen Menschen. Danke dafür!

 

Auf die australische Art

Australien scheint immer für Überraschungen gut. Dass die Distanzen zwischen den Orten so groß sind, überraschte mich aber nicht wirklich. Es ist ein neues Level mit einigen Herausforderung die da auf mich drauf zukommen werden. 100 Kilometer von Supermarkt zu Supermarkt?! Das war noch einfach aber es wird irgendwann noch schlimmer. Das heißt dann genügend Verpflegung einzupacken. Zumindest kommt gelegentlich auch mal eine Tankstelle, an der ich meinen Wasservorrat auffüllen kann aber sonst ist Ebbe. Ich muss wirklich gut von Etappe zu Etappe planen.

 

Überraschungen anderer Art zeigt Australien aber auch in Sachen Lebensstil und Kreativität. Manchmal fühle ich mich wie im Wilden Westen obwohl ich doch so weit im Osten bin. Weiter als die Kommunisten jemals hätten kommen können. Ja, so der Baustil der Gebäude und die Einrichtung der Pubs, das hat alles so seinen eigenen Charakter.

Ein wenig verloren wirken die Weihnachtsdekorationen in der prallen Sonne aber so hat es eben auch seinen eigenen Charme. Selbst ein Schild, welches auf den Christmas-Bachlauf hinweist, wurde feierlich geschmückt.

Und ganz typisch Australien… Kängurus. Okay, die kleineren Vertreter, wie auf den Bildern zu sehen, nennt man Wallaby. Sieht für mich aus wie eine Mischung aus Hase und Reh. Putzig zu sehen, wie sie so über die Wiesen springen.