Rocky Mountains National Park

Die letzte große Etappe stand die Tage an und es sollte hoch hinausgehen. Auf dem Weg nach Grand Lake lief ich durch eine imposante Schlucht durch die sich der noch junge Colorado River frisst. Dahinter öffneten sich breite Täler mit den Lake Granby, Shadow Mountain Lake und Grand Lake. Hier oben auf 2500 Metern waren die Temperaturen noch super angenehm. Segelbote die sich gemütlich durch das Wasser schieben oder rasante Motorboote mit Wasserskifahrern waren so Hingucker. Auch ich habe mich für ein kühles Bad am Abend am Stillwater Campingplatz hinreißen lassen.

Dann ging es auch schon in den Rocky Mountain National Park (RMNP). Der sah erst einmal mit seinen vielen toten und verbrannten Bäumen etwas trostlos aus, tobten in 2020 hier große Feuer. Aber dieses Bild änderte sich bald in viel Grün. Die Hinweisschilder und Aushänge am Campingplatz sagten unter anderem, dass man sich nicht wundern solle, wenn beim Abendessen ein Hirsch oder Elch vorbeischaut. Der RMNP ist für seine großen Populationen dieser bekannt. Und so kam es, dass ich schon beim Frühstück am Morgen darauf eine Hirschkuh und ihr Kalb 30 Meter vor der Nase hatte. Ist schon klasse, wenn man sich ein Nutellabrot in den Mund schiebt und diesen Anblick hat. Viel Zeit blieb aber nicht. Ich musste aufbrechen.

Der Weg nach Estes Park wäre für einen Tag ohnehin zu weit gewesen. Dazu kam aber noch der lange Anstieg und im Nationalpark kann ich nicht einfach mal so irgendwo mein Zelt aufschlagen. Also ließ ich mein Zelt sowie alles nötige für die Nacht sowie mein Abendessen und Wasser am Campingplatz zurück. Von einer Ausgangshöhe von 2700 Metern zog ich meinen Karren bergauf. Ziel: 3713 Meter. Ich war gut drauf an diesem Tag und schlich fast schon gemütlich bergauf. Ab 3200 Metern ging dann aber doch die Atemfrequenz merklich nach oben ich brauchte die ein oder andere Pause mehr. An der Medicine Bow Curve war dann große Pause. Ich genoss den Ausblick und kam natürlich mit den Leuten ins Gespräch. Prompt wurden mir Naschereien und Bier angeboten. Was für ein guter Tag.

Ein Problem für den Tag war aber noch offen? Wo kann/darf ich meinen Karren über die Nacht parken? Ich hielt ein Ranger-Auto an und fragte nach einer Lösung und sie sagten mir, dass ich einfach oben im Besucherzentrum bei einem Ranger mein Anliegen vorbringen soll. Das war nicht mehr weit und so fragte ich dort nach. Der junge Ranger musste auch erst einmal seinen Vorgesetzten fragen aber nach 10 Minuten kam er mit dem Daumen nach oben auf mich zu. Ich könne meine Kiste hinter dem Haus anschließen. Er müsse dann nur noch meine Personalien an die Zentrale durchfunken wofür ich meinen Pass überreichte. Und dann war die Sache auch schon gegessen. Zwar wäre ich gern noch etwas weiter gelaufen und hätte den Karren gern irgendwo an der Straße geparkt, denn zum Pass waren es noch rund weitere 100 Höhenmeter und dem Weg nach Estes Park hätte ich damit auch noch gern etwas verkürzt aber es war ein guter Kompromiss.

So hielt ich auf den Weg zurück zum Campingplatz und am nächsten Morgen zurück zum Besucherzentrum den Daumen raus. Nach Estes Park waren es noch 38 Kilometer. Eine Distanz, die ich locker gehe aber nach dem 3713 Meter-Pass ging es halt auf 2300 Meter bergab und das ging mir ordentlich in die Beine. Das war super anstrengend – erst recht, wenn noch mein Wagen mir in die Hüften drückt – und am Ende auch schmerzhaft.

Aber hey!!! Die ganze Szenerie war es wirklich wert. Das Wetter hat einfach nur gepasst. Besonders in den Morgenstunden ist das Spiel von Licht und Schatten in den Bergen einfach nur wundervoll. Der Ausblick… einfach nur genial und in dieser Höhe sprichwörtlich atemberaubend. Und auch hier oberhalb der Baumgrenze sah ich noch allerhand Hirsche, und zum ersten Mal auch Murmeltiere.

In Estes Park angekommen war ich echt fertig. Ich suchte mein Hostel, stand sogar schon davor aber hatte es echt nicht gecheckt. Also ging ich zur Hauptstraße zurück um weiter nach der Adresse zu suchen als Kerl da auf mich zukam. Er, seine Frau Mary sowie Freundin Cheryl und Ehemann hätten mich die Tage ein paar Mal gesehen und so luden sie mich auf ein paar Bier und Abendessen ein. Eine Einladung, dich sehr gern annahm. Das Hostel konnte warten. So müde ich auch war, so war der Abend mit den Vieren ein wundervoller Ausklang des Tages mit vielen Lachern. Danke dafür!

Noch eine lustige Sache: Kurz vor Estes Park an einer Kreuzung hielt ein Wagen und der Fahrer fragte mich, ob ich ihn wiedererkenne. Es ratterte in meinem Kopf. Es war Kyle, der Ranger aus dem Yellowstone Nationalpark, der es mir ermöglichte, auf dem leeren Campingplatz am Lewis Lake zu übernachten (Beitrag „Yellowstone und Grand Teton Nationalpark (2/2)“). Meine Überraschung und Freude war groß, ihn hier noch einmal zu sehen und er war auch ganz baff. Er fuhr ran und wir hatten noch ein paar Minuten geschnackt bevor er weiter musste. Er verbringe ein paar freie Tage in der Gegend. Ja man sieht sich echt immer zweimal im Leben.

Colorado

Die Landstiche, durch die ich die letzten Wochen gewandert bin, waren schon etwas herausfordernd. Wyoming, Idaho, Utah und nun auch Colorado… Trockene Halbwüste, Berge mit Wäldern, grüne Täler. Es war ein recht bunter Mix und die Leute auf meinem Weg waren natürlich auch wieder genial.

In der kleinen Stadt Mountain View zum Beispiel, ganz im Südwesten Wyomings hielt Michaela mit ihrem Auto an. Sie kommt ursprünglich aus einem kleinen Ort an der Grenze zu Österreich und lebt nun schon knapp dreißig Jahre in den USA. Und da man sich unter Deutschen in der Ferne doch recht sympathisch findet, lud sie mich zu sich nach Hause und ihrer Familie ein. Hier konnte ich nach einer ganzen Weile endlich mal wieder die Füße hochlegen und etwas ausspannen. Und Geburtstag hatte sie auch noch und ich wurde mit ins Restaurant eingeladen.

Es sind immer wieder diesen kleinen Begegnungen und Geschichten. Ich erinnere mich an Jimmy in Garden City, Utah, der mir seinen Camper für die Nacht überlassen hatte. Ein Typ dessen Vergangenheit durch Drogen bestimmt war, der aber noch die Kurve bekommen hatte, jetzt in einem Restaurant kocht und sich Mitternacht noch in die Küche gestellt hatte, um mir das Fresspaket für den nächsten Tag zuzubereiten.

Eine Frau hielt am Morgen an und gab mir eine riesige Tüte voll mit Süßigkeiten. Nichts aus dem Supermarkt sondern aus dem „Chocolate Bear“-Laden, in dem alles noch handgemacht wird. Sie wolle einfach auf diese Weise etwas Liebe in die Welt tragen. Mit einer zusätzlichen riesigen Umarmung hat sie das geschafft. [Sie roch so sehr nach Himbeerkonfitüre] Die Tüte hatte bestimmt zwei Kilogramm Gewicht und mindestens 50 US-Dollar wert. Das war so viel Süßkram, dass ich es in einem Monat nicht hätte essen können/wollen. Und ich hatte auch kaum die Kapazität im Wagen und Rucksack. Bei nächster Gelegenheit fragte ich eine Familie, ob die Kids etwas haben dürfen. Ich hatte nicht viel für behalten. Ein paar getrocknete Früchte mit weißer Schokolade überzogen und das war es. Und ich war wieder um eineinhalb Kilogramm Liebe leichter unterwegs.

Die Distanzen zwischen den Orten sind weiterhin groß. Auch wenn ich immer ausreichend Wasser mit mir mitführe, so winke ich gelegentlich mit einer leeren Wasserflasche in den Verkehr. In diesen Gegenden weiß man einfach nie. Es dauert nie länger als zehn Minuten bis ein Auto stoppt und ich meine Flasche auffüllen kann.

Glücklicherweise hatte ich bisher recht viel Glück mit den Temperaturen. Meist waren es immer so um die 25°C, seltener an die 30°C. Nur gab es kaum einen Nachmittag oder eine Nacht, an dem kein Regen oder gar Gewittersturm aufzog. So manche Nächte in meinem Zelt waren schon recht einschüchternd, wenn es keine Sekunde vom Blitz zum Donner dauert, der Wind das Zelt durchschüttelt und der Regen nur so prasselt. Manchmal war da auch irgendwo ein Haus, unter dessen Vordach ich Zuflucht fand und abwarten konnte.

Diese Zeiten scheinen nun aber auch vorbei zu sein. Der Herbst hält Einzug. Die Tage sind merklich kürzer geworden, die Sonne steht tiefer und hat nicht mehr die Kraft, feuchtwarme Luft aufsteigen zu lassen. In der Nacht zum 29. August hatte ich das erste Mal seit Mai wieder Frost. Die Tage sind super sonnig, bringen aber frischen Temperaturen. Perfekt zum Wandern.

Nun, für diese Saison ist es fast geschafft. Ich bin in der kleinen Stadt Kremmling und lege einen Ruhetag auf dem Campingplatz ein. Vielleicht verlängere ich auch noch um eine weitere Nacht. Denver ist nicht mehr weit. Etwas mehr als eine Woche vielleicht. Es liegt aber noch eine Herausforderung vor mir. Es wird die Trail Ridge Road entlanggehen mit einem Pass von 3713 Metern Höhe. Es wird also sprichwörtlich atemberaubend. Es wird damit wohl auch der höchste Punkt meiner gesamten Reise werden. Jeder andere Weg wäre wohl auch zu einfach. Wenn ich meinen Karren da hochziehe, werde ich sicherlich wieder um einiges fluchen. Genau wie von ein paar Wochen, als es die Serpentinen in den Uinta Bergen hochging. Aber wenn man dann erst einmal oben ist und den Ausblick hat…

Yellowstone und Grand Teton Nationalpark (2/2)

Mit Tag 4 stand mir wieder ein langer Marsch bevor. Zuerst musste ich wieder vom Mallard Lake aus den Berg runter. Der Abstieg kam mir viel länger vor als der Aufstieg am Abend zuvor. Bei Old Faithful noch schnell gefrühstückt und dann weiter. Ziel für den Tag: Grand Village Campground am Yellowstone See. Die Strecke selbst war diesmal recht unspektakulär. Viel Wald und die Straße führte auf und ab. Es gab nicht wirklich einen guten Aussichtspunkt. Markant waren diesmal mehr die Hinweisschilder zur Continental Divide (Continentale Teilung). Diese beschreibt die Wasserscheide in Form einer Linie wobei westlich dieser alle Bäche und Flüsse in den Pazifik und östlich dieser in den Golf von Mexiko münden.

Es war ein recht heißer Tag und an einem kleinen See bot mir ein Niederländer mit seiner Familie an, meine Wasservorräte aufzufüllen. Spaßeshalber fragte ich, ob er auch kaltes Bier im Angebot hätte. Er lachte und ging zum Kofferraum und brachte mir zwei kühle Bier. Der Tag war gerettet.

Den Abend verbrachte ich mit einigen Wanderern und Radfahrern, die weitestgehend dieser Linie, dem Great Continental Divide Trail folgen. Die meisten starten an der Grenze zu Mexiko und laufen Richtung Norden nach Kanada. Als man mich fragte, ob ich north- oder southbound bin, also nach Norden oder Süden gehe, und mit worldbound antwortete, schaute ich in fragende Gesichter.

Lagerfeuer, Bier und gute Geschichten der anderen Wanderer. So klingt ein langer Tag gut aus.

Mannn… Tag 5 wäre fast in die Hose gegangen. Es sollte ein kurzer Tag werden. Nur 16 Kilometer zum Lewis Lake Campingplatz – so der Plan. Dort angekommen, waren zwei Ranger vor Ort, die die Bote inspizieren bevor sie zu Wasser gelassen werden. Ich fragte, wo denn das Büro zum Campingplatz sei? Antwort: „Der Campingplatz sei nach den schweren Regefällen in Juni aus logistischen Gründen geschlossen.“ Der nächste wäre erst in 22 Kilometern gewesen und ich hatte echt keinen Bock an diesem Tag.

Der Ranger aber meinte, für Wanderer würde eine Ausnahme gemacht. Er kontaktiere mal seinen Vorgesetzten. Nachdem der zweite Kontaktaufnahmeversuch gescheitert war, sagte er, dass er keinen Grund sehe, warum ich nicht bleiben könne. Ich konnte mir einen Platz aussuchen und später kam der Ranger noch einmal mit einem gelben Schnipsel Papier in der Hand zu mir. Das war meine offizielle Genehmigung und gekostet hat es auch nichts.

Nun hatte ich den ganzen Campingplatz für mich allein! Ich war so happy, dass ich erst einmal zehn Minuten nackt da rumgelaufen bin. Den See hatte ich auch gefühlt für mich allein zum Schwimmen. Für zwei Kilometer zu meiner Rechten und Linken hab ich einfach niemanden gesehen. Besser hätte der Tag kaum laufen können.

So ganz allein war ich aber doch nicht. Da waren noch Jeff und Sherry aus Minnesota. Die beiden wollten ihrer Tochter, die südlich in Jackson arbeitet, etwas näher sein und so bewachen und pflegen sie den Platz bis zum Saisonende als Freiwillige. Beide luden mich rüber zu ihrem Wohnmobil zum Abendessen und Lagerfeuer ein. Einfach nur ein super Tag.

Tag 6 und Zeit dem Yellowstone Nationalpark auf Wiedersehen zu sagen. Ich lief weiter in Richtung Süden als plötzlich ein Auto neben mir scharf auf die Bremse ging und hupte. Es war der alte Koreaner vom zweiten Tag. Er fand eine Haltebucht und stieg zusammen mit seiner Frau aus. Sie sprach gutes Englisch und erklärte mir, dass er die letzten Tage auf der Straße immer nach mir Ausschau gehalten habe. Wieder lachte er herzhaft, da er nur die Hälfte verstand und wir drückten uns noch einmal fest zum Abschied.

Am Abend erreichte ich dem Lizzard Creek Campingplatz. Vor mir waren echt vier Motoradfahrer, die eine Biker und Hiker Site haben wollten. Die Chefin Marni erklärte denen, dass der Campingplatz voll sei und dazu eindringlich, dass Biker für Fahrradfahrer und nicht für Motoradfahrer stehe. Viel Diskussion bei der man nur mit dem Kopf schütteln konnte. Am Ende sind sie abgezogen und ich war an der Reihe. Auch zu mir meinte sie, dass der Platz voll belegt sei. Sie könne mich aber unmöglich woanders hinschicken und zeigte auf einen grünen, nicht offiziell deklarierten Flecken wo ich mein Zelt aufschlagen könne. Und weil es nicht offiziell ist und ich Weltenbummler sei, kostet das Ganze auch nichts. Marni und ihre Partnerin Mandy waren einfach nur cool. Jeder, mit dem ich auf dem Platz gesprochen hatte, konnte nur gute Worte über beide finden.

Dann fuhr ein Auto vor und Marni fragte mich, ob die zu mir gehören? Es waren noch einmal die Koreaner. Ich hatte ihnen gesagt, wo ich die Nacht verbringen werde und jetzt hatten Sie Abendessen für mich dabei. Authentisches koreanisches Essen, selbst gekocht in ihrer Unterkunft. Wahnsinn. Reis, Tintenfisch, Anchovis, Sesamblätter… Alles in würzig scharfer Soße. Das war so gut. Ohhh mannnn, ich bin so ein Glückspilz.

Als ich am nächsten Morgen (Tag 7)aus meinem Zelt kroch, es regnete und Marni da so stehen sah, da fragte ich, ob ich nicht noch eine weitere Nacht bleiben könne. Und Marni meinte, einfach weil sie cool ist, dass das kein Problem sei. Also wieder zurück ins Zelt gekrochen und erst einmal bis 1 Uhr mittags durchgeschlafen. Das hatte mir echt gefehlt. Auch so war das ein echter Gammeltag. Ich fragte die beiden, ob ich irgendwas mit zur Hand gehen könne aber sie winkten nur ab. Alles unter Kontrolle.

Abends wurde ich dann wieder von einer Familie rüber zum Essen eingeladen. Gutes vom Grill und jede Menge Margaritas. Man, war ich fertig. Hab es dann in der Nacht irgendwie in mein Zelt geschafft und in der Früh auch wieder heraus. Für den neuen Tag hieß es dann Alkohol abbauen durch einen langen Spaziergang.

Tag 8 und damit fast am Ende. Die Bergkette des Grand Teton schien durch einen Dunstschleier hervor. Details und das ganze Ausmaß dieser schroffen Berge konnte man nur erahnen. Nach 27 Kilometern sollte eigentlich am Signal Mountain Campground Schluss sein für den Tag. Dort sagte man mir, dass sie keine Hiker Sites mehr anbieten und ausgebucht seien. Etwas enttäuschend war hier, dass sie sich nicht einmal, wie anders wo auch, die Mühe gemacht hatten irgendwas zu arrangieren. In dem Büro saßen aber auch zwei Teenager die etwas planlos schienen. Ich hatte erst gar nicht nach dem Manager gefragt und weitere 17 Kilometer zum Jenny Lake auf mich genommen.

Und wie es der Zufall so will. Ein Auto hält hinter mir und es war der Niederländer mit seiner Familie vom vierten Tag. „Heute habe ich leider nur ein Bier für dich“ und er reichte es mir entgegen. Die Freude konnte kaum größer sein. Weniger wegen des Bieres, sondern einfach nur der ganz besonderen Leute wegen, die man auf solch einer Reise trifft. Das macht es einfach so besonders.

Diesen Abend verbrachte ich wieder mit ein paar Wanderern und Radfahren zusammen beim Lagerfeuer am Jenny Lake. Wieder tauschten wir uns Geschichten und Abenteuer aus. Diese Nacht verbrachte ich ohne Zelt unter freiem Himmel. Der Mond verschwand langsam hinter den Bergen. Der Blick war frei für die Sterne. Als ich am Morgen müde meine Augen öffnete, da trappte wieder so ein riesiger Fuchs an mit vorbei.

Langsam war es auch Zeit, dem Grand Teton Nationalpark Tschüss zu sagen. Weiter wanderte ich gen Süden auf einem Radweg parallel zur Hautstraße als plötzlich Autos hielten. Antilopen rangelten sich am Straßenrand. Wunderschöne Tiere und in dieser Ecke nicht ganz so menschenscheu. Das soll das letzte Highlight dieser beiden Parks gewesen sein. Es waren wirklich spannende und überwältigende Tage hier und alles was ich sagen kann ist DANKE!

Yellowstone und Grand Teton Nationalpark (1/2)

Auf diese Episode in den USA bin ich mit großen Erwartungen herangegangen. So viel Großartiges hatte ich über den Yellowstone Nationalpark lesen und in Dokumentation sehen können. Und irgendwie stand er immer auf meiner MUSS MAN GESEHEN HABEN! – Liste. So wie ihr gleich lesen könnt, hatte ich auf jeden Fall eine überragende Zeit mit überragenden Menschen und auch Tieren.

Es ist Ende Juli. In West-Yellowstone besorgte ich mir mein Ticket und eine Genehmigung für einen Backcountry-Campingplatz (dazu später mehr erklärt). Hier gab es ein kleinen wenig Ernüchterung als mir die Rangerin sagte, dass die Bisons zu dieser Jahreszeit wohl schon mehr ins Parkinnere gewandert seien und ich wohlmöglich keine mehr auf meiner Route sehen werde. Na ja. Dann halt keine Bisons.

Und auf ging es. Tag 1 in Yellowstone konnte starten. Ich folgte noch dem Madison River zum gleichnamigen Campingplatz. Die meisten Campingplätze hier haben gesonderte Bereiche für Radfahrer und Wanderer. Diese können nicht reserviert werden aber man stellt sicher, dass für uns immer ein Platz vorhanden ist und wir so nicht in logistische Schwierigkeiten kommen. Klar, einem Wanderer kann man nicht abends um 7 Uhr sagen „Sorry, wir sind voll belegt. Probiere es mal 20 Kilometer weiter.“

Tag 2 Stand an. Mein nächstes Wanderziel wäre bei Old Faithful gewesen. Eine Distanz, die mir vor lauter Wandern kaum die Möglichkeit gegeben hätte mir die Naturspektakel in Ruhe anzuschauen. Also verblieb ich einen weiteren Tag auf dem Madison Campingplatz, ging zur Straße und hielt den Daumen raus. Es dauerte nicht lange, bis mich ein alter Koreaner in sein Auto einlud. Er  kam aus Texas, sprach kaum ein Wort Englisch, lachte aber dafür sehr viel. Als ich mit ein paar Brocken Japanisch auf ihn einredete, erheiterte ihn das noch mehr. Wir fuhren zu ein paar heißen Quellen als wir uns verabschiedeten.

Ich wollte den Park weiter zu Fuß etwas abseits der Hauptstraße erkunden. Das war die richtige Entscheidung. Für knapp zwei Stunden war ich für mich allein auf den Wiesen und mit den dampfenden Quellen bis ich wieder auf den Hauptpfad und an einen Aussichtspunkt auf die Grand Prismatic Quelle kam. WOW! War für ein Farbenspiel. Dieses intensive Blau, welches in Türkis und einen gelben Streifen über in dieses tiefe Orange-Braun übergeht. Einfach spektakulär! Wieder an der Hauptstraße, sammelte mich ein junges Paar ein und wir schauten uns die Quelle aus der Nähe an.

Und auf dem Weg zurück zum Campingplatz… YAAA Bisons!!! Zwar nicht in großen Herden aber eine hübsche Familie die da immer näher an die Straße kam. Ein wundervoller Anblick. Man, der Bulle war echt riesig. Man sollte denen echt nicht zu nahe kommen oder denken, man könne einfach mal die Kälber streicheln. Dieses Jahr wurden schon drei Menschen attackiert und verletzt, einfach nur aus Dämlichkeit. Ich bin auf jeden Fall überglücklich diese riesigen Tiere einmal mit eigenen Augen gesehen haben zu dürfen.

Auf dem Campingplatz wartete dann noch eine weitere Überraschung. Dieser wird von Freiwilligen, meist Pensionären, geführt und in Schuss gehalten. Das ist wie eine große Familie und da der Park im Winter geschlossen ist und sie sich nicht sehen können, feiern sie Thanksgiving im Juli und Weihnachten im August. Da wurde eine riesige Tafel mit allerlei Köstlichkeiten aufgestellt und die haben uns Radfahrer und Wanderer eingeladen teilzunehmen und uns die Bäuche vollzuschlagen. Und das Essen war sooo gut. Die perfekte Stärkung für den nächsten Tag. Einer erzählte dann, wie verwirrend es für all die anderen Leute auf dem Platz sei, wenn einer im August den ganzen Abend Weihnachtslieder auf seiner Trompete spiele.

Am dritten Tag konnte ich dann alles neben mir liegen lassen, was ich mir den Tag zuvor schon angeschaut hatte. Old Faithful lag vor mir und hier schießen die Geysire in spektakulärer Weise das Wasser in die Höhe, dass die Kinnlade runterklappt. Unglaublich, wie laut die dröhnen können. Hier merkt man erst einmal richtig, dass man einen Supervulkan unterm Hintern hat. Einfach nur WOW!

Der Tag verging schnell und ich musste mein Tagesziel erreichen. Hier gibt es ein riesiges Hotel aber das ist nur für Leute, die es sich leisten können und wollen. Mein Ziel war der Mallard Lake. Dieser gehört zu den zahlreich über den Park verstreuten Backcountry Campingplätzen für die es, wie am Anfang erwähnt, einer Genehmigung bedarf.

Meinen Karren konnte und durfte ich sowieso nicht den schmalen Pfad hinter mir herzerren. So machte ich mein Abendessen bei den Old Faithful, schloss meinen Karren am Parkplatz an einem Baum und nahm nur das allernötigste mit mir mit. Und nun ging es eineinhalb Stunden bergauf. Endspurt für den Tag. Eichhörnchen und ein paar Rehe entdeckte ich entlang des Weges.

Am See angekommen war ich ganz für mich allein und als sich der Wind sich legte, war da diese tiefe Stille und der Blick auf den See und den umliegenden Wald. Nur noch ein paar Vögel zwitscherten. Ansonsten war da nichts. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war es immer noch diese stille. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt. Nur ein dünner, weißer Nebel legte ich darüber. Was für ein friedlicher Ort.

Auf dem Weg nach Yellowstone

Man trifft sich ja immer zweimal im Leben. In Kanada am Kootenay See traf ich auf Kiki und Henny auf ihren beiden BMW-Motorrädern. An ihrem Kennzeichen war es unschwer zu erkennen, dass es Deutsche sind und als sie an mir vorbeifuhren, drehten sie noch einmal um auf einen kleinen Schwatz. Damals waren sie auf dem Weg nach Alaska.

Es war in der kleinen Stadt Ennis, als ich die Straße zum Supermarkt überqueren wollte als mich zwei Motoradfahrer grüßten. Und Kikis Zweirad hat eine auffällige Lackierung und ich dachte mir „Wahnsinn! Die beiden wieder.“ Kiki und Henny waren genauso überrascht mich noch einmal wieder zu sehen. Es ist einfach ein wahnsinniger Zufall, dass wir uns ein zweites Mal begegneten.

Bei den in Kanada entstandenen Bildern war leider nur Henny im Fokus, sonst hätte ich wohl schon eher über die beiden berichtet. Wenn ihr ihnen folgen wollte, dann könnt ihr das bei IG unter #endegelaende1.0 tun.

Ich wünsche euch allseits gute Fahrt! Ihr seid bestimmt schon nahe Mexiko.

Am gleichen Tag begegnete ich Marissa und Larry. Es war Zeit einen Schlafplatz zu finden als ich die beiden vor Ihrer Garage sitzen sah. Ich winkte sie zur Einfahrt und mit müdem aber freundlichem Lächeln fragte ich, ob ich mein Zelt auf ihrem Grundstück aufstellen könne. Zuerst wurde mir ein Stuhl und Bier angeboten. Ich denke wir waren uns sofort sympathisch. Als ihr erster Sohn aus dem Haus kam, witzelte Larry schon: „ Das ist Rico, ein guter Freund der Familie. Wir kennen ihn schon ewig. So etwas 30 Minuten.“ Der gleiche Spruch kam dann nochmal, als ihr zweiter Sohn zur Tür hinauskam. Der Witz wird auch nie alt werden.

Jedenfalls hatten sie mir ihren alten, neu erworbenen Camper als Schlafgelegenheit angeboten und das bester war wie immer eine heiße Dusche und Wäschewaschen. Am nächsten Morgen fragte Marissa mich, ob ich nicht vielleicht einfach noch eine weitere Nacht bleiben möchte und boten mir einen Tagesausflug an. Warum auch nicht?! Wir fuhren zusammen nach Nevada City und Virginia City, rund 20 Kilometer westlich von Ennis. Was früher die Goldsucher anzog ist heute Besuchermagnet. Alte Gebäude in ihrem Wildwestcharme, heute mit Juwelierläden, Eisdielen und einem weitestgehend authentischen Restaurant.

Oh man… wir hatten einen guten Abend mit guter selbstgemachter Pizza und noch besseren Margaritas. Ich konnte aber noch am nächsten Morgen aus dem Camper klettern.

Auf dem Weg nach West-Yellowstone nahm ich noch einen kleinen Umweg am Henry’s Lake entlang, ein kleines Stück in Idaho. An einem Haus fragte ich, ob ich meine Wasserflaschen auffüllen könne? Ich war so durstig, dass ich zwei Liter fast auf einmal trank und um erneute Auffüllung bat. Im Gespräch kam ich darauf, wie überteuert die Campingplätze in dieser Region seien. Prompt bot mir die Dame des Hauses an, mein Zelt im Garten aufstellen zu können. An diesem Abend hatte ich das erste Mal die Kojoten heulen hören. Kolibris summten umher, Fledermäuse kreisten lautlos in der Dämmerung. Als ich mein Abendessen auf der Wiese aß, da trappte ein riesiger Fuchs vor mir vorbei. Gut, dass mir die Dame erst am nächsten Morgen so nebenbei mitteilte, dass zwei Wochen zuvor ein Reh von einem Bären vor der Einfahrt zerrissen wurde. Ich hätte sonst bestimmt nicht so gut geschlafen. Die Wildnis liegt hier vor der Haustür.

Missouri River

Beim Hineinlaufen nach Great Falls hatte ich erstmalig den Missouri überquert. Von hier an ändert Montana sein Gesicht. Die großen Ebenen liegen hinter mir und die Berge erheben sich. Und endlich mal wieder Bäume und Schatten.

In Great Falls boten mir Brian und Sandy einen Zeltplatz in ihrem Garten an. Beide traf ich den späten Nachmittag vor dem Walmart. Wir hatten einen guten Schwatz und wir sagten tschüss. Nach ein paar Minuten entschieden sie sich aber umzudrehen und mich zu ihnen nach Hause einzuladen. Ich schätze immer wieder die Gastfreundschaft, egal in welchem Land. Für mich ist es immer noch irgendwie abstrakt. Die Leute freuen sich so sehr mich kennenzulernen. Sie sind einfach nur überwältigt von meiner Leistung und sie freuen sich mir etwas Gutes tun zu können.

So sage ich immer: „Ja, es ist ein Weg, den ich allein nicht gehen könnte. Ohne die Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Leute auf meinem Weg wüsste ich nicht, wie es mir bis heute ergangen wäre, ob ich Freude an dieser Reise hätte. Und ich bezweifle, ob ich jemals so weit gekommen wäre. Es braucht sehr viel Vertrauen – Vertrauen in Gott, Vertrauen in die Menschen und Vertrauen in mich selbst.“ Dieser Weg sorgt auch einfach für ganz viel Demut.

Da waren auch noch Gus und seine Frau Marilyn. Gus sprach mich an einem kleinen Aussichtspunkt an und auch er lud mich zu seinem kleinen Landhaus etwas abseits des Highways ein. Wir hatten ein paar Bier und Whisky und Marilyn bereitete super Cheeseburger zu. An der Wand hing diese riesige Knarre im Holster (Smith & Wesson 500 Magnum Bear Gun) und er fragte mich, ob ich nicht einmal schießen wolle. Und so, wie man irgendwann Hund in Laos isst, so hat man in den USA irgendwann mal das Schießeisen in der Hand. Der Moment musste einfach kommen. Also ein paar Dosen in der Einfahrt aufgestellt, mir das Handling der Kanone erklären lassen und die Oropax durften auch nicht fehlen. Maaaan das Teil hat einen Rückstoß oder „Kick“, wie man hier sagt. Ich dachte fast, mir reißt es die Finger ab. Fünf Schuss und ich habe keine einzige Dose getroffen. Lag wohl am Bier und Whisky.

Auf einem kleinen Campingplatz traf ich dann vor ein paar Tagen auf Brenda. Mit Tüten voller Proviant in meinen Händen fragte ich sie, ob ich diese über Nacht, sicher vor Bären, in Ihrem Auto lagern könne. Sie meinte darauf, dass es in dieser Gegend keine Bären gebe. Sofort musste ich erwidern, dass ich 200 Meter die Hauptstraße runter Mama-Bär mit ihren zwei Jungen die Straße hab überqueren sehen. Ihr Blick sagte mir dann einiges. Als ich am nächsten Morgen dann meine Sachen wieder abholte, kam die Einladung nach Three Forks, da dies ja auf meinem Weg nach Yellowstone liege. Sofort war ich begeistert denn hier liegt sowieso ein wichtiger Meilenstein. Hier laufen die Flüsse Jefferson, Madison und Gallatin zusammen und bilden den Startpunkt des Missouris. So kam ich gestern in Three Forks an. Brendas Sohn öffnete mir die Tür zum Haus. Ich war so müde, dass ich nach einer heißen Dusche erst einmal einen ausgedehnten Mittagsschlaf brauchte. Mein letzter Ruhetag lag auch schon eine Weile zurück. Nachdem dann Brenda von der Arbeit kam, fuhren wir die paar Kilometer zu den Zusammenflüssen. Vergesst den Mississippi! Der Missouri hat für die geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung der USA die größere Bedeutung. Der Missouri ist das Tor zum Westen. Für mich hat dieser Ort auf jeden Fall etwas Magisches.

Präriehunde und Möwen

Ihr fragt euch bestimmt, ob es nicht doch etwas trostlos und öde in dieser Graslandschaft ist, durch die ich da ziehe? Auf den ersten Blick scheint es wirklich so zu sein, als gäbe es nicht viel zu entdecken. Wenn man aber genau hinsieht, dann gibt es doch so einiges an Leben.

Ein ständiger Begleiter sind die Präriehunde, kleine Nager, die vor allem durch ihr helles Pfeifen auf sich aufmerksam machen. Man sieht sie meist in den Morgen- und Abendstunden. Während der Mittagshitze verkriechen sie sich dann in ihre Tunnel. Die sind echt süß.

Oft passiert es, dass Vögel für eine kurze Weile um mich kreisen und teils auch Scheinattacken auf mich fliegen. Da es in der Prärie natürlicherweise keine Bäume gibt, nisten die Vögel auf dem Boden und so vermute ich, dass sie ihre Nester und Brut einfach nur verteidigen.

Ansonsten gibt es noch zahlreiche Rehe aber die Leute sagen mir auch immer wieder, dass auch Grizzlybären, Kojoten und Wölfe durch das Land streifen und ich mich in achtnehmen soll.

Eines will aber nicht ganz in meinen Kopf. Was zur Hölle machen Möwen hier? An der fischreichen Pazifikküste kann es nicht liegen. Der liegt knapp 900 Kilometer entfernt.

Unabhängigkeitstag

Zum großen Feiertag habe ich mich in der kleinen Stadt Choteau eingefunden. Schon in den ersten Vorgärten saßen die Leute gemütlich beisammen und die Kids spielten Softball. Kleine wie große Landesfahnen schmückten Häuser und Gärten. Einige Bewohner waren in den Landesfarben gekleidet. Die Stimmung war recht gelassen. Nichts an diesem Tag aber schien überhöht und übertrieben. Von überschwänglichem Patriotismus war nicht viel zu sehen.

Ich suchte erst einmal den Campingplatz auf. Für drei Tage wollte ich meinen Füßen etwas Ruhe gönnen. Nachdem das Zelt stand ging es auch schon zum Hauptevent – dem Rodeo. Nicht nur Cowboys, auch Cowgilrs schwangen hier ordentlich das Lasso und fingen die Kälber ein. Ungemütlich und hart war dann aber doch das Bullenreiten. Das tat teils schon beim Hingucken weh und einige Teilnehmer verließen humpelnd die Arena.

Einen Tag zuvor wurde mir erzählt, es gebe einen Wettbewerb, bei dem drei Männer eine wilde Kuh melken müssen. Als zwei versuchen diese irgendwie zu packen und der dritte muss dann so viel Milch wie möglich melken. Oh man, die spinnen. Aber was Amerikaner halt so machen…

Montana

Es ist geschafft. Am 29. Juni habe ich die Grenze passiert. Ein bisschen Bammel hatte ich schon. Dachte, die Grenzbeamten seien ganz besonders streng. Aber alles verlief gut und im Nachhinein war es auch recht lustig. Erst einmal musste ich mich für ungefähr zehn Minuten in der Warteschlange zwischen den Autos einreihen. Und dann wurde es spannend. Die üblich zu erwartenden Fragen wurden gestellt. Warum ich mit einem Visum anstatt mit eines ESTA (Einreiseregistrierung) einreise? -> Wegen Iranaufenthalt. Ob ich frisches Obst und Gemüse sowie Fleischprodukte dabei hätte? -> Rind in meiner Dosensuppe. Aufdruck „Product of USA“ aber halt in Kanada gekauft. Da hat er ein Auge zugedrückt und es durchgehenlassen.

Dann musste ich nur noch in die Lobby für meinen Stempel. Hier wurde noch einmal ein Foto von mir gemacht und Fingerabdrücke von einem weiteren Grenzbeamten genommen. Wie meine Adresse für die Nacht sei? -> „Ich habe keine. Der Campingplatz heißt Leaning Tree und liegt bei Babb. Er brauche aber eine eindeutige Adresse! So wie ich mein Telefon aus der Hosentasche zog, meinte er, ich soll es gut sein lassen. Er trage jetzt irgendwas in den Computer ein. Das fand ich schon eine klasse Aktion. Stempel in den Pass gedrückt und gefragt, wie lange ich denn bleibe? Hab ihm mein Rückflugdatum Ende September genannt und er wieder „Ach, schon gut. Gültig bis 28. Dezember 2022.“ Notiert und FERTIG.

Unweit vom Checkpoint dann eine erste kleine Überraschung. Bisons! Zwar nicht in freier Wildbahn sondern als zukünftiges Steak aber hey… schön sie zu sehen. Hatte sie mir aber etwas größer und wuchtiger vorgestellt.

Ansonsten ja… Die Weite lässt mich nicht los und ich könnte euch weiter hunderte Bilder dieser Landschaft präsentieren. Hinter jedem Hügel wartet ein paar Kilometer weiter auch schon der nächste Hügel, und dahinter wieder der nächste. Das geht jeden Tag, den ganzen Tag so. Hier und da frisst sich ein Bach seinen Weg durch das Land. Ein paar Rinder und Pferde sind auf den riesigen Weiden ein immer prägendes Bild. Nur die Berge westlich von mir nehmen immer eine neue Gestalt an. Thronte noch der Häuptlingsberg (Chief Mountain) vor einer Woche neben mir, ist er jetzt weit hinter dem Horizont verschwunden. Manchmal scheinen die Straßen im nichts zu verschwinden.

Ich bin einfach nur überwältigt.