Mein 32. Geburtstag

Einige von euch haben mich gefragt, wie ich so meinen Geburtstag verbracht habe. Klar, wie immer in erster Linie mit Laufen. In einer kleinen Bäckerei habe ich mir auch meinen Geburtstagskuchen gekauft. Darauf musste ich also nicht verzichten. Zum Abend hatte ich dann noch das Glück, einen guten Platz zum Campen zu finden. So machte ich mir ein Lagerfeuer und habe die Nacht allein so mit Kuchen, ´nem Bier und den Blick in den Sternenhimmel genossen.

Glaubt mir… Ich war recht glücklich!

 

 

Der Nikolaus war da                            

Naaaaa?! War der Nikolaus heute auch bei euch da? Mein Nikolaus heißt eigentlich Gerard mit Namen und kommt aus Neuseeland. Zusammen mit seiner französisch-brasilianisch-neukaledonischen (Ich habe den Überblick verloren) Freundin Marina reist er mit dem Motorrad – wie so viele – durch Vietnam. Er gab mir erst eine so ganz kleine Schokolade die ich sooo sehr genoss. Es ist echt schwierig so etwas hier in Fernost zu bekommen. Höchstens in großen Städten haben ein paar Läden Schokolade im Sortiment und dann aber zu unerschwinglichen Preisen. Wenn mich Leute fragen, was ich so am meisten vermisse, so ist Käse meine Standardantwort. Auch mit dem Käse ist es wie mit Schokolade. Selten und vergleichsweise teuer.

Jedenfalls ging dann Gerard nochmal an seinen Rucksack und zog dann diese 250g-Tafel heraus. Neuseeländische Marke mit Erdnüssen. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind als er sie mir in die Hand drückte. Es ist auch einfach dieser kleine Zufall, dass es genau zum Nikolaustag passiert. Jetzt sitze ich in einem Café und habe die erste Hälfte schon verputzt. Die zweite Hälfte muss ich aber irgendwie für später kühl halten, damit sie mir nicht schmilzt. Im Iran habe ich Käse frisch halten können, indem ich gefrorene Wasserflaschen gekauft habe und diese zusammen mit dem Käse in ein Handtuch gewickelt hatte. Das hatte super vom Morgen bis in den Abend gehalten. Vielleicht bekomme ich hier etwas Eis?

Lieber Gerard, liebe Marina. Ich sage auf diesem Wege noch einmal Danke! You made my day! KISS

 

Kaffee

Denkt man an Kaffee und dessen Herkunft, dann fällt einem bestimmt zuerst Kolumbien, Brasilien oder Ostafrika ein. Gestern gab es also mal wieder einen Aha-Effekt. Vietnam und die Region um Dak Ha zählt also auch zu den Kaffee-Produzenten. Selbst kannte ich den Anbau noch aus Südindien.

Es ist wohl gerade Haupterntezeit. Überall auf dem Boden liegen die Früchte zum Trocknen. Erst erinnern diese vom Aussehen her an eine Nuss. Die Schale muss aufgebrochen werden und im Innern befindet sich dann das, was wir als Kaffeebohne kennen, hellgrün, ohne den typischen Geruch und Geschmack. Dieser Kommt dann erst mit dem Rösten.

 

Viel los in Vietnam

Täglich fahren Motorräder mit weißen Gesichtern an mir vorbei. Es scheint in Vietnam sehr beliebt zu sein sich ein Zweirad zu leihen und damit quer durch die Lande zu düsen. Manch einer hält dann auch mal für einen kurzen Schwatz und klar… Sie sind sehr „impressed!“, wenn sie mich mit meine, Karren sehen. Ich bin eben eine Kuriosität. Aber ich bin nicht allein. Am Ersten Dezember begegnete ich diesen drei Herren. Zwei US-Amerikaner und ein Japaner zusammen zu Fuß auf dem Weg von der südlichsten Spitze Vietnams bis hoch in den Norden an die chinesische Grenze. Ein so ungleiches aber schönes Bild, welches die drei Jungens abgaben. Super! Auf Facebook haben sie einen Video-Blog eingerichtet. Schaut mal vorbei: https://www.facebook.com/TheWalkVietnam/

 

 

Und dann gab es da noch diesen kleinen Sonnenschein. Ingma aus Spanien, 21 Jahre alt, ist seit eineinhalb Jahren per Anhalter unterwegs. Ohne festes Ziel geht es bei ihr von A nach B nach C zurück nach A und dann nach D usw. Für Vietnam hatte sie sich jedoch kurzerhand ein Fahrrad gekauft und scheint mit dieser Entscheidung recht glücklich zu sein. Es sei denn, es geht bergauf.

 

Zelt

Mein über alles geliebtes Zelt. Ihr habt es sicherlich schon auf zahlreichen Bildern gesehen. Ich bin super zufrieden damit! Leider nagt auch der Zahn der Zeit daran. Insekten fressen sich gern durch den Boden und bei dem vielen Auf- und Abbauen und so manch stürmischen Wetter geht eben auch mal eine Naht auf. Nichts, was man nicht reparieren könnte. Das Geld war zumindest gut investiert.

Hersteller KAIKKIALLA, Modell Orava 2

 

 

Es handelt sich dabei um ein Vier-Jahreszeiten-Zelt. Heißt, dass man damit auch im Schnee gut unterwegs ist.

Wagen – Karren – Kiste

Der Wagen, den ich hinter mir herziehe, ist sicherlich das auffälligste Merkmal auf meiner Reise. Er ist ein richtiger Eyecatcher. Zu Beginn war es eine Dach-Box welche man auf Autos montieren kann. 400 Liter Fassungsvermögen und allein schon 12 kg schwer. Ein riesen Teil. Macht es so nicht nach. Es geht auch kleiner und smarter aber ich musste eben erst lernen mich zu reduzieren und wirklich nur die wichtigsten Sachen dabei zu haben. Im Bandar Abbas (Iran) war eh die Frage, wie ich das riesen Teil nach Indien transportiert bekomme. Am Ende wäre es wegen Größe und Gewicht Cargo gewesen und damit zu teuer. Spätestens da hatte ich kaum eine andere Wahl als mich zu verkleinern. Der Karren war zu Anfang 140cm breit. Ein ziemlicher Hintern also mit dem man durch die eine oder andere Lücke nicht durchpasst und den Autos bietet es natürlich mehr Angriffsfläche. Da ist die Lösung mit dem Koffer jetzt die wesentlich schmalere, leichtere und sicherere Variante. Der Koffer lässt sich, wenn es darauf ankommt, auch wesentlich leichter transportieren, z.B. in einem Flugzeug.

 

 

Der Rahmen besteht aus 30mm Aluminium-Nutprofilen. Diese lassen sich mit einer kleinen Metallsäge einfach auf die gewünschte Länge kürzen. Mittels Nutsteinen, Schrauben und Winkeln, lassen diese sich dann ganz einfach verschrauben und es ist wirklich sehr stabil. All das Zubehör ist recht günstig z.B. bei Ebay aufzutreiben.

Die Deichsel besteht mittlerweile aus zwei Aluminium-Quadratrohren, 20mm Kantenlänge und mit 3mm Wandstärke. Die Wandstärke sollte keinesfalls dünner sein, da der Wagen beim Gehen immer etwas auf und ab wippt. Aus Erfahrung weiß ich, dass das irgendwann bricht. Auch die Deichsel lässt sich an den Nutprofilen leicht verschrauben. Am oberen Ende sind Ösen verschraubt, in die ich mittels Karabiner meinen Gurt einhänge.

Etwas aufwändiger waren die Winkel für die Deichsel. Anfangs waren die aus 3mm GFK gefräst. Hintergedanke war es, eine Sollbruchstelle zu haben, wenn mal ein Auto gegen meinen Karren rast und ich nicht mitgerissen werde. Es hatte tatsächlich seinen Zweck erfüllt. Nun aber sind auch die Winkel aus 3mm Aluminium. Diese aus GFK waren doch zu weich und kleinste Risse wurden mit der Zeit immer größer bis sie brachen. Irgendwann gingen halt die Ersatzteile aus.

 

 

Die Felgen bestehen ebenfalls aus Aluminium, 24 Zoll. Einfach weil es leichter ist und Stahl spätestens in schwülen, tropischen Gefilden ratz patz rosten und weggammeln würde. Die Bereifung sind SCHWALBE Marathon Plus. Sie werden als „unplattbar“ angepriesen aber ist eben nur Werbung. Ich hatte bestimmt schon 15 platte Reifen aber trotzdem bin ich zufrieden. Man muss sich nämlich fragen, wie viele Platten man mehr mit anderen Reifen hätte. Vielleicht läge ich dann schon bei 40 oder so. Das größte Gift für so einen Reifen, so stelle ich immer wieder fest, ist Draht. Wenn z.B. ein Lkw im Iran oder Indien einen Reifen wechselt, dann lassen sie den alten am Straßenrand liegen und zünden ihn oft noch an. Wer den Aufbau eines Reifens kennt, der weiß, dass da ein Drahtgeflecht diesen verstärkt. Kleine Fasern, hoch fest und stabil. Diese drücken sich dann durch den Mantel. Das war bei mir immer und zu einhundert Prozent die Ursache für einen Platten. Ein kleines Stück Draht im Mantel. Nehmt euch daher eine kleine Zange mit um diesen zu entfernen.

Das Solarpanel ist ganz besonders praktisch. Unterwegs kann ich meine Akkus für Telefon, Kamera oder auch mp3-Player bequem und unabhängig von einer Netzsteckdose laden. Dazu musste aber auch etwas getüftelt werden. Das Panel liefert 20 Watt Leistung (völlig ausreichend und arbeitet auch bei mäßigen Lichtverhältnissen wie starker Bewölkung) bei 12 Volt Ausgangsspannung. Diese muss für USB-Geräte auf 5 Volt runtergeregelt werden. Als alter Freund des Flugmodellbaus verwende ich dazu einfach ein BEC. Am Ausgang des BECs lötet man dann die USB-Kabel mit gewünschten Stecker oder Buchse.

Bekommt ihr alles im Internet oder im nächsten Fachhandel zu kaufen. 🙂

 

Gesellschaft

Die letzten zwei Tage hatte ich Gesellschaft auf meinem Weg. Heike aus Minden schloss mit ihren Fahrrad auf und man kommt natürlich unweigerlich ins Gespräch. Tut gut mal wieder eine deutsche Stimme zu hören. Wenn ich die Einheimischen nicht manchmal auf Deutsch zulabern würde, vergäße ich wohl bald meine eigene Sprache.

Sie fragte mich, ob sie mich bis zum Abend begleiten könne und ob wir nicht zusammen unser Nachtlager aufstellen wollen. Super Idee! Ich war eh neugierig, was sie alles so zu berichten hatte. Immerhin treibt sie auch schon drei Jahre die Straßen entlang. Und sie war sicherlich auch neugierig auf meine Anekdoten.

Am Strand, unter ein paar Bäumen stellte jeder sein Zelt auf und wir machten ein Lagerfeuer. – Mein erstes überhaupt auf meiner Reise. Die Themen gingen uns nicht aus auch nicht am gestrigen Tag, als sie meinte, dass mein Reisetempo doch sehr entspannt sei und sie mir gern einen weiteren Tag beiwohnen wolle. Kein Ding! Wir hatten viel Spaß und Unterhaltung, besonders mit den Kids in den Dörfern. Kulinarisch hatten wir beide unsere erste Erfahrung mit Hühnerfüßen gemacht und diese bis auf die Knochen abgeknabbert. War recht ordentlich vom Geschmack aber so richtig satt wird man nicht davon.

Die letzte Nacht war dann noch etwas schlafraubend. Ein heftiger Sturm mit prasselndem Regen kam auf und hatte mächtig an unseren Zelten gezerrt. Der Boden war etwas sandig und so hatten die Zeltheringe nicht genug Halt im Boden und wurden an den Leinen rausgezogen, so dass der Fußbereich einfiel und dann sammelte sich da auch noch Wasser, weil da eine kleine Kuhle war. Mist! Der heutige Tag war nicht besser. Regen, Regen und noch viel mehr Regen. Für die kommenden Tage verspricht der Wetterbericht keine Besserung. Das Beste, was man also machen kann ist, sich in ein Hostel einzuquartieren, alle Klamotten zu reinigen, ein paar Dinge zu reparieren und natürlich den Blog zu schreiben.

 

Aber hier jetzt noch Bilder von und mit Heike. Und sie hat auch eine Blog: www.cyclingcharlotte.com