Phonsavan & Muang Khoun

Mein Weg führte mich nach Muang Khoun, berühmt für seine zwei alten Pagoden und die Ruinen des Klosters Wat Phia Wat. Ja viel steht da wirklich nicht mehr. Nur noch der alte Buddha auf seinem Sockel und ein paar Pfeiler. Über der Stadt, auf einem Hügel, waren die beiden Pagoden weithin sichtbar. Leider waren sie auch in sichtbar schlechten Zustand. Der Eintritt kostete umgerechnet einen Euro, den ich bei der Dame am Webstuhl zahlte. Als ich meine Runde gedreht hatte, dachte ich mir, dass dieser Ort ein guter Platz zum Übernachten wäre. Ich fragte die Dame, ob es in Ordnung wäre, mein Zelt hier oben aufzustellen und sie hatte nichts dagegen. Klasse an einem so schönen und erhabenen Ort campen zu dürfen.

 

 

Am Tag darauf traf ich in Phonsavan ein. Die Stadt selbst ist recht unspektakulär. Viel interessanter sind die Plain of Jars, also die Ebene der Krüge. Auf einem riesigen Gebiet gibt es stellenweise Anhäufungen dieser gigantischen Krüge aus Stein. Niemand weiß wirklich wozu sie dienten. Eine Theorie besagt, dass sie wohl als Begräbnisurnen eines megalithischen Volkes. Ich selber kann mir keinen Reim drauf machen aber letztendlich haben diese Orte etwas wirklich Magisches an sich.

 

 

Ganz gefahrlos ist der Besuch dieser Stätten aber nicht. Nur wenige Fundorte sind von Bomben und Minen aus dem Indochinakrieg geräumt und für Touristen zugänglich. Hier und da sollte man sich also an die Wegmarkierungen halten.

 

In den Bergen Laos‘

Der Weg in das laotische Bergland erwies sich weniger anstrengend als erwartet. Mit jeden hundert Höhenmetern weht der Wind frischer um die Ohren. Das macht das Gehen am Tag wesentlich angenehmer aber in den Nächten friert es mich auch schon mal.
Die kleinen Dörfer hier, an steilen Hängen gelegen, sind wirkliche Oasen der Ruhe. Man hört die Insekten summen, aus dem Haus gegenüber ein Baby weinen und irgendwoher singt jemand ein altes Lied, welches mir so fremd scheint aber träumen lässt. Alles Leben läuft beschaulich. Das darf jedoch nicht über die einfachen Lebensverhältnisse und das harte Leben als Bauern hinwegtäuschen. Wie so oft sind die Gesichtszüge der Menschen hier von Sonne und Rauheit gezeichnet.
Dann öffnet sich wieder ein Tal und dehnt sich flach und breit aus. Szenenwechsel. Weite Reisfelder wohin man blickt. Das satte Grün ist dem Goldbraun gewichen. Es ist Erntezeit. Kleine Traktoren fahren über die Straßen und Felder. Mit der Sichel in der Hand und oft auch noch mit dem traditionellen spitzzulaufenden Hut auf dem Kopf, arbeiten sich die Männer und Frauen durch das Dickicht von Ähren.

Auf den Hund gekommen

Einige von euch werden sagen „Sehr interessant!“, andere werden einfach nur angewidert sein aber auf meiner Reise muss ich eben manchmal das essen, was auf den Tisch kommt. Als ich am Abend in das Haus der Besitzer eines kleinen Straßenrestaurants eingeladen wurde, fragte mich der Nachbarsjunge, ob ich „dog meat“ probieren würde. Ich riss die Augen auf. Der Moment der Wahrheit. Ich guckte erstmal auf den Grill und sagte dann doch entspannt: „Bekomm ich hin.“. Es sei ein Restaurant, welches sich auf Hundefleisch spezialisiert hat. Ich fragte noch, ob das Straßenköter seien und sie diese selber schießen? Dass sie täglich bei einem Jäger einkaufen, erklärte mir aber dennoch nicht die eigentliche Herkunft.

Das Fleisch war tief durchgebraten. So werde ich selber wohl keine anschließende Wurmkur brauchen. Sonst sei zu sagen, dass es einfach nur nach Fleisch schmeckt. Nichts Besonderes. Nur die Leber brauchte etwas Überwindung. Ich bin so schon kein Fan von Innerrein und wenn man so sieht, was Straßenhunde alles fressen… Uhhhhhh… Da wird einem manchmal schlecht. Dann hatte ich noch ein Stück Wirbelsäule und sehr knorpeliges Zeug auf dem Teller. Das waren wohl die Ohren.

Jetzt ist noch die Frage, ob die Rasse einen Unterschied im Geschmack macht. Vielleicht ist ja ein Pekinese zarter als ein Pudel, der Mops safitger als der Bernhardiner oder der Dackel aromatischer als ein Husky. Und vielleicht bekomme ich in Australien Dingo serviert.

 

 

Es sei noch angemerkt: Katze essen sie hier nicht. Schade!

Grüßt eure Vierbeiner lieb von mir. Ich habe sie zum fressen gern.

Die ersten Tage in Laos

Grüße aus Laos

 

Es ist Tag 5 in Laos. Pünktlich zum Aufbruch von Nong Khai (Thailand) hat sich der Monsun nun wohl endgültig verabschiedet. Die Sonne scheint ordentlich aber die Temperaturen sind erträglich.

Mein Weg führte mich als allererstes über den Mekong auf die laotische Seite. Der Grenzübertritt mit allen Checks verlief problemlos. Wie gut ein Land entwickelt ist, das sieht man wohl zuerst an den Straßen. Viel Staub musste ich erst einmal schlucken bevor ich auf die Hauptverkehrsachse traf. Aber dann lief es glatt und auch den ersten Abend hatte ich das Glück, in ein Haus eingeladen zu werden. Kengsak hieß der freundliche Herr, der mich hat mein Zelt aufbauen sehen und nicht zögerte mich ins Haus zu hohlen. Er und sein Sohn versorgten mich traditionell mit Klebereis, den man in der Hand zu einem kleinen Ball formt und dann in Sauce taucht. Dazu Schwein, getrockneten Fisch und grünes Gemüse. Nette Kerle die beiden.

Die Nacht darauf gab es jedoch ein wenig Ernüchterung. Ich versuchte mein Glück wieder einmal in einem Kloster. Ich stellte mich und mein Anliegen vor doch die Antwort vom Abt viel kurz und deutlich aus: „NO!“ Vielleicht hatte ich mich nicht tief genug verbeugt? Ein wenig überrascht und enttäuscht aber mit einem Lächeln verabschiedete ich mich. Das ist etwas, was ich schon zu Beginn meiner Reise gelernt habe: „Akzeptiere das Wort, verschwende keine Zeit und guck weiter. Es wird sich schon was finden. Immerhin hab ich ja auch ein Zelt.“ Ironie am darauffolgenden Abend. Ich hatte kein Bock auf Kloster und stellte mein Zelt auf einem Schulgelände nebenan auf. Nachts hielt dann ein Moped und die beiden Herren meinten, ich solle doch drüben im Kloster schlafen. Da sei es sicherer und überdacht.

 

 

Auf meinem Weg entlang des Mekong kam ich auch noch am so genannten Buddha Park vorbei. Kein historisches Kulturgut, da von Ende der 1950er an von einem Priester geschaffen, der seine ganz eigene Sicht auf Buddhismus und Hinduismus hatte und beide wundervoll verschmelzen ließ.

 

Bangkok und was danach kommt

Ich bin zurück in Thailand oder besser gesagt in Bangkok. Hier habe ich noch kurzfristig mein Visum für Vietnam beantragt welches ich diese Woche abholen kann. Also jetzt  stehen Laos und Vietnam auf dem Plan. Das wird in Summe in etwa drei Monate dauern, vielleicht auch etwas länger. Darauf geht es weitere vier Monate durch Kambodscha, Thailands Süden und Malaysia bis nach Singapur, der nächsten großen Marke auf meiner Reise. Ich bin gespannt, was alles so auf mich drauf zukommt. Am meisten freue ich mich wieder auf kulinarische Feinheiten, tolle Landschaften und auf erheiternde Begegnungen.

Geplant war das Vietnam-Visum in Vientiane, der Hauptstadt Laos‘, zu beantragen aber dummer Weise war einigen Internetforen zu entnehmen, dass man dort kein 90-Tage-Visum (wegen Zeitpuffer) ausgestellt bekommt. Vorteil ist, dass ich mir den kleinen Schlenker nach Vientiane nun spare und gleich auf die Hauptroute den Mekong abwärts abbiegen kann. Und hier in Bangkok hab ich es ja gar nicht so schlecht getroffen. Ich bin wieder bei meiner Gastgeberin Shompooh untergekommen. Wohnung im 18. Stock mit tollem Ausblick über Bangkok und die Sicht vom Pool im 7. Stock ist nicht weniger berauschend. Ein kleinen Wenig Dolce Vita und Entspannung, bevor ich wieder in meinen Sandalen stehen werde. Ansonsten schau ich meist plan- und ziellos durch die Stadt und lass mich etwas treiben und nehme Eindrücke auf. Wie immer aber muss ich sagen „ Große Städte sind nicht meine Welt. Da fehlt mir die Natur und Stille.

 

 

Irgendwie dachte ich immer, in Südostasien könne ich Insekten und Larven an jeder Straßenecke frisch frittiert bekommen. Weit gefehlt. Es ist gar nicht so einfach, solch einen Happen zu ergaunern, wenn man nicht weiß wo.

Zum Geschmack: Die Larven treffen nicht so meinen Gaumen. Ziemlich weich innen. Da waren Die kleinen Heuschrecken schon um Welten besser. Schön knusprig. Mhhhhhhh !