Brisbane

Brisbane ist die größte Stadt in Queensland, ganz im Süden der Küste. Wieder bin ich privat und gut untergekommen und kann die letzten Tage hier genießen. Heute machte ich also noch einen kleinen Stadtbummel um mir ein paar Eindrücke zu holen. Es ist ganz hübsch hier und wie so überall in Australien wirkt alles sehr gelassen aber verlieben werde ich mich wohl doch nicht. Großstadt eben. Hier sind also noch die letzten Schnappschüsse aus Brisbane.

Bevor ich nun Australien vorerst den Rücken kehre, sage ich an alle DANKE, die mich hier so gut aufgenommen haben, die immer für einen kleinen Smalltalk zu haben waren, die mir Wasser und gelegentlich auch einen Snack brachten, alle die mir auf meinem Weg so freundlich winkten oder den Daumen nach oben zeigten. Und ein großer Dank geht an meine Verwandtschaft in Mackay, bei denen ich die Feiertage verbringen konnte. Liebe Tante Hannelore, Marcel, Sabine, Jessica und Haustieren…Ihr habt mir so gutgetan. Dicker Kuss an euch alle! Wir sehen uns bestimmt noch einmal dieses Jahr.

 

Lamington Nationalpark

Wie im Beitrag zuvor angekündigt, besuchte ich den Lamington Nationalpark. Ich war schon etwas überwältigt von dieser grünen Schönheit mit seinen steilen Hängen, vielen Wasserfällen und den zahlreichen natürlichen Pools in denen man gemütlich planschen kann. Und wenn man die Augen offen hält und ganz in Ruhe schaut, dann findet man auch allerhand Tier. Da fängt bei den Wallabies an (Das sind kleine Kängurus die für das Leben im dichten Wald angepasst sind) und geht über die Truthühner bis hin zu den ganz kleinen Vögeln, die ihre Nester oft auf dem Boden mit Laub bauen. In Australien gibt es eben bis Schlangen eben keine Raubtiere, die den kleinen Vögeln gefährlich werden könnten. Kleine Echsen jagen überall durch das Unterholz und ganz besonders stolz im Nationalpark ist man auf den Lamington Crayfish, einer leuchtend blau-weißen Languste die nur hier in den Flüssen ihr Dasein findet.

 

 

Tamborine Mountain

Wieder einmal habe ich einen kleinen paradiesischen Flecken Erde gefunden. An Brisbane vorbeigezogen mache ich hier in Tamborine Mountain Halt. Der Visabestimmungen wergen muss ich kommende Woche Australien verlassen. Grund genug, eine längere Pause einzulegen und diese werde ich wieder in Japan verbringen. Damit ich aber nicht meinen gesamten Karren mit nach Japan schleppen muss, habe ich via Couchsurfing eine Familie gefunden, bei der ich diesen die kommenden Monate unterstellen kann. Das macht einfach vieles leichter.

Wie gerade im ersten Satz geschrieben, ist das hier ein kleines Paradies. Regenwald und seine kühle Bergluft machen diesen Ort perfekt, will man der Hitze Brisbanes und Umgebung entgehen. Ich war wirklich sehr überrascht als ich hier oben ankam. Die Aussicht auf die Gold Coast und auf der anderen Seite ins Hinterland ist grandios.

 

 

Bevor ich hier eintraf, bekam ich die Hitze Brisbanes noch einmal zu spüren. Letzten Dienstag waren es 34°C. Eine Temperatur, der ich eigentlich leicht trotzen können sollte aber irgendwie hatte mir dieser Tag echt zu schaffen gemacht. Selten hatte ich so geschwitzt und mir ging es ab dem Nachmittag wirklich nicht mehr gut. Als ich am Abend mein Zelt an einer Sportanlage aufstellen wollte, kam Kevin mit seinen beiden Hunden spazieren und als er mich sah, wusste er sofort was Sache war. Er selbst ist viel auf dem Rad gereist und wusste somit, was ich brauche. Eine heiße Dusche, ein ordentliches Bett und ein gutes Abendessen. Also hat er mich ohne großes Reden sofort zu sich nach Hause eingeladen. Wir erzählten und ein paar Stories von unseren Reisen aber letztendlich war ich so müde und kaputt an diesem Abend, dass ich nur noch schlafen wollte.

 

 

Nun habe ich es hier hoch nach Tamborine Mountain geschafft. Auf die letzten sechs Kilometer hatte ich mir echt noch einen Platten geholt. Ärgerlich! Mein eigentlicher Gastgeber Frazer ist gar nicht daheim aber bei seinen Eltern Cathy und Rod bin ich in richtig guten Händen. Zusammen mit deren schwedischer Freundin machen wir ein wenig die Gegend unsicher. Die erste Amtshandlung bestand im Besuch der Destilliere, inklusive Verkostung gleich um die Ecke. Schnaps und Liköre in allen möglichen Geschmäckern. War genau mein Fall. Nachdem wir etwas durch die Gegend gefahren sind ging es weiter zum örtlichen Winzer. Auch hier war wieder Verkostung angesagt. Weiß, Rot oder Rosé, lieblich oder trocken. Was der Gaumen halt so mag. Nachdem wir darauf noch ein wenig durch den Regenwald spaziert sind, besuchten wir am Abend noch eine Neueröffnungsfeier einer Bar. Und nebenan war noch eine kleine Brauerei. Ich muss nichts weiter sagen. Es war auf jeden Fall ein sehr gelungener Tag. 😀

 

 

Morgen werde ich hier abreisen und noch für ein paar Tage den Lamington Nationalpark besuchen und danach noch Brisbane erobern.  …   Bis dahin.

 

Von Pferden, Rindern und Mikrowellen

Grüße von der Sunshine Coast. Brisbane ist nur noch knappe drei Tage Fußmarsch entfernt und somit ist das erste große Etappenziel in Australien fast geschafft. Ich denke, der schwierigste Teil Australiens liegt damit hinter mir.

 

 

Nach Rockhampton hatte sich noch nicht ganz so viel verändert. Alles war immer noch sehr ländlich und vor allem durch Weideland geprägt. Also Rinder, Pferde, Rinder, Pferde und noch mehr Rinder und Pferde. Nur die hier heimischen Alpakas sorgten etwas für etwas Abwechslung und das Schöne ist immer wieder, wenn der Kookaburra mich mit seinem sanften Gezwitscher jeden Morgen weckt. 😀

 

 

Ja und dann sind da noch die vielen Mikrowellen die hier und da den Straßenrand säumen. Eine nette Idee die alte Mikrowelle einfach als Briefkasten zu nutzen. Tür auf, Brief oder Päckchen rein, Tür wieder zu und auf 4 Minuten bei 800 Watt einschalten.

Aber mal Spaß bei Seite. Zwischen Rockhampton und Bundaberg war es nochmal etwas schwierig mit der Verpflegung aber danach traf ich wieder auf viel mehr Zivilisation und so sind auch wieder viel mehr Supermärkte und Raststätten auf meinem Weg. Und auch die Landschaft hat sich nun mehr verändert. Viel mehr grüne Hügel, Obstplantagen. Alles nicht mehr so tropisch. Gefällt mir gut die Ecke.

 

 

Und dann waren da natürlich noch ein paar Reisende, die ich auf meinem Weg getroffen habe. Natürlich Radler aber auch Caravaning ist in Australien ein ganz großes Ding. Da waren zum Bespiel Jenny und Markus, ein Reisepärchen die das Leben im ausgebauten Van genießen. Wir trafen und eines morgens an einem kleinen Park um Wasser zu tanken und er schaute so aus dem Seitenfenster „Deutsch?“. Ich „Verdammt! Sieht man das“ #lach wie immer Smalltalk und am Ende fragten sie mich, wo ich die nächste Nacht verbringe und da sie noch so viele Fragen zu meiner Reise hatten wollten sie mir eben am Abend nachkommen. So campten wir zusammen neben einer Tankstelle und die beiden waren so lieb und haben mich bekocht und auch noch am nächsten Morgen mir ordentlich Frühstück gemacht. So ein wenig Gesellschaft am Abend kann ich gern öfter haben. Gemeinsam schauten wir noch in den Nachthimmel. Orion steht zurzeit noch hoch am Himmel, das Kreuz des Südens stand über dem Horizont und die Magellanschen Wolken waren als zwei breite helle Flecken gut zu erkennen. Habt vielen lieben Dank ihr Zwei!

Eine kleine nette Anekdote hatte ich noch Fathi, einem Türken, der seit sechs Jahren auf dem Rad sitzt. Dieser wurde eines Morgens von der Polizei angehalten, weil er seinen Fahrradhelm nicht trug. Das geschah so kurz vor mir und ich gesellte mich in die Runde. Man muss sich ja über die nächste Region und Wetter austauschen. Er redete noch mit den Polizisten im Auto, woher, wo entlang, wie weit und lang und seine Story machte Eindruck bei ihnen. Sechs Jahre sind verdammt lang. Und dann schauten sie zu mir. „Wie lang bist du schon unterwegs?“ Ich „Ja so rund dreieinhalb Jahre von Deutschland zu Fuß.“ Da guckten sich die Bullen an und mussten nur noch kopfschüttelnd lachen, so nach dem Motto `Gleich am frühen Morgen zwei Verrückte auf der Straße´. Fathi bekam seinen Pass wieder und die Polizisten meinten noch „Lasst gut sein und habt `ne schöne Reise.“ Und weg waren sie.

 

 

Alte Krähe und mit Kola werfen

Gestern war ich doch das erste Mal etwas enttäuscht von ein paar australischen Mitbürgern. Menschlich einfach nur Kacke.
Da mache ich halt bei einer der vielen Fruit Farms. An einem riesen Stand voller Ananas begrüßte mich eine kleine Filipina ganz freundlich. Ich nahm mir einen Stuhl um etwas Rast zu machen und um meine zuckersüße Ananas gleich vor Ort zu schlachten und zu verspeisen. Etwas Smalltalk mit der Filipina – alles schön. Und dann kam die Chefin und maulte aus 20 Metern irgendwas in meine Richtung. „Bla Bla schieb deine Karren zur Seite. Bla er stört da, Bla“ Konnte ich nicht ganz nachvollziehen aber okay. Da schieb ich ihn halt ein paar Meter weiter.
Als sie dann am Stand mit rumsortierte guckte sie mich wieder Böse an und da musste ich doch mal fragen ob alles in Ordnung sei. Sie „Das hier ist kein Campingplatz!“ Boa da riss mir fast die Hutschnur. Weil ich mal 10 Minuten meinen Hintern setzten lasse. Mein Messer noch in der Hand wäre ich ihr damit am liebsten an die Gurgel gesprungen. Ich sagte ihr, dass sie eine wirklich unfreundliche, alte Krähe sei und ich froh bin hier nicht nochmal kaufen zu müssen, nahm meine Sachen und zischte ab. Manchmal ist der Kunde wohl eher Arschloch als König.

Das war aber noch das kleinere Übel an diesem Tag. Am Ortseingang zu Tiaro verspürte ich plötzlich eine Schmerz auf meinem Bauch, als hätte jemand eben mal mit der flachen Hand draufgeklatscht. Das kam unerwartet, war ich irgendwo in meinen Gedanken. Da hat mir doch tatsächlich irgend so ein Penner einen Becher mit Kola aus dem fahrenden Auto auf mich geworfen. Bevor ich das aber gecheckt hatte, war er schon wieder viel zu weit weg. Also das ist dann doch echt unter aller Sau. Kein Plan ob er es als lustig empfand oder irgend einen Groll hatte aber… na ja.
Vorm nächsten Laden sprach mich eine Frau an. Wie weit ich schon gelaufen sei und wohin es geht. Nach kurzer Erklärung meinte sie, ich sei ein fantastischer Kerl worauf ich entgegnete, dass das wohl nich alle Australier so sehen. „200 Meter die Straße runter bin ich grad mit Kola beworfen worden.“ Und das tat ihr richtig leid und irgendwie fühlte sie sich wohl auch beschämt. Als ich dann noch hinter ihr an der Kasse stand, gab mir ihr Sohn eine Schachtel Kekse als kleine Aufmunterung. „Halt das Kinn hoch.“ sagte sie und wir drückten uns. Das hat dann den Tag doch noch gerettet.