Ich laufe dem Paradies entgegen

Je weiter ich in den Süden Thailands vordringe, desto besser gefällt es mir. Es ist ein wahres Paradies und ich habe meine wahre Freude daran. All‘ die vielen Plantagen, sei es Kokos- oder Ölpalme, Papaya oder Ananas… Einfach herrlich. Und naht der Abend, dann schlage ich einfach mein Zelt mittendrin auf. Als ich in der letzten Vollmondnacht nochmal für „kleine Weltenbummler“ aus meinem Zelt kriechen musste und dabei die Silhouette der Kokospalmen im Mondlicht sah, da stellte sich ein Gefühl voller Glück und großer Dankbarkeit ein. 

 


Ich versuche natürlich auch möglichst der Küstenlinie zu folgen. So konnte ich neulich mein Zelt auch einmal am Strand aufbauen. Das hatte auch schon etwas ulkiges, denn gegenüber auf der anderen Straßenseite lagen die Hotels und schicken Resorts mit Pool und allem Drum und Dran. Schon fast trotzig wirkte da beine kleine mobile Behausung. Aber gut. Wer braucht schon einen Pool, wenn doch das Meer direkt vor einem liegt.

 

Hahnenkampf

An diesem Nachmittag kam ich an einer Halle vorbei, vor welcher reichlich Autos parkten. Der Klang einer Schiedsrichterpfeife weckte dann mein Interesse und so guckte ich mal rein. Eine kleine Arena für Hahnenkampf war das also. Dieser „Sport“ ist recht populär in Südostasien und wird sogar im TV übertragen. Der Referee präsentiert beide Hähne, lässt jeweils einen von beiden auf den Boden ab um die Aggressivität des Hahns zu demonstrieren denn dieser geht sofort auf den anderen drauf zu. Sofort wird es laut in der Halle denn nun starten die Wetteinsätze der Zuschauer. So dick wie die Geldbündel hier sind, scheint man viel Geld gewinnen zu können oder auch zu verlieren.

Für die Einheimischen sicherlich ein Spektakel aber ich kann der ganzen Sache nichts abgewinnen. Tradition hin oder her… Hier werden Tiere einfach nur sinnlos aufeinander gehetzt. Durch den Einsatz von Mettalspornen erleiden die Tiere schwere Verletzungen die oft zum Tod führen.

 

Die verflixte Kokosnuss

Es gibt wieder einmal Bilder aus meinem Alltag. Im Video seht ihr meinen harten Kampf gegen die Kokosnuss. Ich zeige euch, wie man sie richtig schält und öffnet. Ich weiß… Da könnte man auch dem Smutje beim Kartoffelschälen zuschauen. Ist mindestens genauso spannend. Ab Minute 04:00 zeige ich euch jedoch, wie man es NICHT machen sollte. Dann spätestens habt ihr euren Spaß.

 

Wat Tang Sai

Schon von weitem sichtbar liegt dieser Tempel auf einem Küstenfelsen. Es ging recht steil da hoch und irgendwie kam ich stark ins Schwitzen. Der Ausblick war aber recht hübsch. Muss ein absoluter Neubau sein und es erinnerte mich mehr an ein Disney-Schloss, nur eben auf Thai-Style. Na ja… Glotzen statt kleckern.

 

Radfahrstreifen

Die Tage traf ich auch noch auf gleichgesinnte auf ihren Rädern (Das passiert öfter, als ich hier berichte). Da war Ashley (r.) aus Australien, der von Großbritannien zurück nach Perth radelt. Und dann ist da Michael (m.) aus Zeulenroda-Triebes (Thür.). Es überraschte fast nicht, dass wir beide auch in Jena wohnten.

Michael möchte auf seinem Rad innerhalb eines Jahres die Welt umrunden. Daumen hoch!!! Als ich ihn so auf seine Erfahrungen mit den Menschen in Indien ansprach, da wirkte er in seinen Erzählungen leicht gereizt und auch ich hatte ein Flashback und die Stresspusteln am Hals traten wieder hervor. Ich hätte es nicht ansprechen sollen.

Michael berichtet natürlich auch über seine Abenteuer in seinen www.radfahrstreifen.blogspot.de . Viele gute Geschichten und Bilder gibt es zu lesen und zu sehen. Ein Besuch auf der Seite lohnt sich definitiv!

 

Shrimps und Salz

Bangkok habe ich hinter mir gelassen und bin nun nach Süden abgebogen. Zu Beginn waren am Küstenstreifen überwiegend Zuchtfarmen für Fisch und vor allen für Shrimps zu entdecken. Als ich die Satellitenaufnahmen studierte dachte ich erst, dass seien alles Reisfelder. Weit gefehlt. Die ganze Gegend ist von Zuchtbecken und Kanälen durchzogen. Fischmärkte wie in Maha Chai sind so recht üblich. Allerdings muss die Nase hier und da schon mal ganz schön gerümpft werden.

Eines Abends wollte ich mein Zelt auf einen der Dämme aufschlagen als mich schon der Shrimp-Farmer aufgabelte und mir eine einfache Überdachung mit Pritsche aus Bambus, Matte und Moskitonetz  für die Nacht anbot. Er war gerade dabei eines der Becken mit klitzekleinen Junggarnelen zu besetzen. Er führte mich etwas herum und war recht stolz dabei.

Die vielen Aqua-Farmen wichen dann flachen Becken zu Salzgewinnung. Man flutet diese mit Meerwasser und lässt dieses verdunsten, so dass das Salz zurückbleibt. Man möchte schon fast eine Sonnenbrille aufsetzten, so sehr kann das viele Salz blenden. Natürlich musste ich wieder probieren. Zu meiner Überraschung schmeckte das grobe Salz gar nicht so widerlich salzig. Leicht erdig und leicht „süßliche“ Note. Klingt komisch. Ist aber so!

 

 

Hier tummeln sich natürlich auch viele Tiere herum. Ein besonderes Paradies ist es für Vögel aber auch Schlammspringer habe ich entdeckt, die mich mit ihren leuchtend türkisen Punkten auf der Haut faszinierten. In den Kanälen leben auch Warane. Die waren aber leider immer etwas zu scheu und flink um sie auf Bild festzuhalten. Einer kletterte mal einen Damm vor mir hoch und so wie er mich entdeckt hatte, suchte er gleich wieder das Weite. Vom Kopf bis zur Schwanzspitze maß er bestimmt zwei Meter.

 

 

 

Sandalen

Gelegentlich kommt die Frage „In was für Schuhen läufst du eigentlich?“ oder „Das wievielte Paar Schuhe ist da jetzt schon?“ Seit Beginn meiner Reise trage ich Sandalen der Marke KEEN. Das Modell heißt Newport und ich trage die Variante aus dunkelbraunem Wildleder. Sie sind wirklich sehr bequem, denn wie ihr seht, laufe ich damit auch gern mal 40 Kilometer und mehr am Tag. Seit Siem Reap (Kambodscha) trage ich jetzt das vierte Paar. Das bedeutet, dass ein Paar Sandalen im Durchschnitt eine Laufleistung von mehr als 4500 Kilometern hat. Das ist ein wirklich erstaunlicher Wert.

KEEN unterstützt mich seit letztem Jahr mit ordentlichem Preisnachlass auf sein Sortiment. Dafür danke ich sehr und gebe euch ein dickes HIGH FIVE.

 

 

Okay. Kommt der Schuh an sein Lebensende wird auch nachgeholfen. Wenn die Sole runtergelaufen ist (bei mir passiert das besonders schnell an den äußeren Hackenbereichen) dann wird da einfach Fahrradmantel drunter geflickt. Das hält gute 1000 Kilometer.

 

 

Folienplott und Shirt

Sicherlich ist euch seit Ende letzten Jahres das neue Foliendesign auf meinem Koffer aufgefallen. Ein großes Dankeschön für den Folienplott  an Jörg Stöver von SpoWa zum Roß / Sport 2000. Folie zur Verfügung gestellt von Enzmann, Zeitz.

Danke dir auch lieber Jörg für die Funktionsshirts. Sie tun ihre Sache wirklich gut.

 

 

Wie man in Thailand gut zurechtkommt

Ich bin zurück in Thailand und heute in Bangkok eingekehrt. Die ersten Tage auf thailändischen Boden schienen mir aber etwas öde. Überall Farmland, Farmland und noch mehr Farmland. Immer den Highway entlang. Zuckerrohr soweit das Auge schauen kann. Alle zehn Kilometer mal eine Ortschaft. An sich die perfekte Gegend um einfach nur Kilometer zu runter zu schruppen. Wenn es mal wieder länger dauerte um Frühstück aufzutreiben, so ging ich einfach an ein Feld und schnitt mir ein Zuckerrohrstängel ab. Machte nicht wirklich satt (Man kaut nur den Saft aus. Die Faser ist holzig und wird ausgespuckt.) aber ich war voll Zucker und Energie.

Wenn man so die Tage schwitzt, dann riecht man natürlich auch. Sich am Ende des Tages zu duschen ist weniger das Problem aber darauf gehe ich mal noch in einen gesonderten Beitrag ein. Vielmehr ist die große Frage, wie man seine Klamotten sauber bekommt. Klar, Handwäsche. Kommt man an einer Tankstelle vorbei dann ist das Hemd im Waschbecken mal schnell ausgewaschen. In Thailand geht es noch besser. In vielen Ortschaften stehen Waschmaschinen und gelegentlich auch Trockner die man für umgerechnet einen Euro nutzen kann. Wenn es also passt, dann macht man einfach mal im Baumwollschlüpfer eine Stunde Pause.

Auf dem Bild ist dann noch dieser blaue Automat zu sehen. Ein Wasserspender mit Filtersystem. Die günstigste 1,5-Liter-Flasche Wasser kostet im Markt 13 Bath, was ca. 30 Cent entspricht. Hier kann man es sich für gerade einmal 1. Bath zapfen. Ein Schnäppchen, bei denen man aber auch aufpassen muss. Manchmal sind die Automaten schlecht gewartet und daher verkeimt.

So kurz vor Bangkok und abseits der großen Fernstraßen kommt man dann auch wieder mit den Menschen besser in Kontakt. Es ist wieder etwas Kulturwandel. Ein paar Male brachten mir die Leute einfach was zu Essen oder luden mich direkt ein. Das lässt mein Herz für dieses Land wieder höher schlagen. Die Thais sind so lieb und freundlich. Ich fühle mich sehr wohl.