Schnee in Sicht

Heute Abend befinde ich mich in der kleinen Stadt Arhavi und bis zur Georgischen Grenze sind es nur noch 30 Kilometer. Das heißt, wenn morgen alles gutgeht, dann verbringe ich die kommende Nacht schon auf der andren Seite.
Mein tägliches Pensum musste ich jetzt schon erheblich reduzieren. Jede Woche habe ich eine viertel Stunde weniger Tageslicht und zurzeit heißt das, dass ich gegen 16:30 Uhr mein Lagerplatzt gefunden haben sollte. Wenn es später wird, fange ich echt schon an langsam Panik zu schieben.
Vor ein paar Tagen wurde dann auch richtig klar, dass der Winter nicht mehr weit ist. Auf dem Gipfeln der Berge, die sich gleich hinter der Küste erheben liegt schon der erste Schnee. Da sollten die auch noch schnell ihren Tee hier pflücken!

 

Herzlichkeit pur

Da wird man einfach von Mutti von der Straße gewunken, bekommt einen Stuhl hingesetzt und ein Tablett mit Käse, Oliven und Brot gereicht. Dann müssen unbedingt Sohn und Schwägerin angerufen werden, denen ich berichten muss.  Zum Abschied noch Bussi links und rechts!
Ich sage: TESEKLÜLER

Als Bemerkungen sei noch gesagt, dass die Frauenwelt hier echt zweierlei ist. Die einen trauen sich nicht mal dich anzugucken, die andren haben einfach keine Berührungsängste.

 

Grün und Meer

Weiter geht es entlang der Küste. Fatsa liegt hinter mir und die nächst größere Stadt heißt Ordu. Es gibt eine direktere Verbindung zwischen beiden Orten die gar nicht mal so alt sein kann (meine Papierkarte ist, so glaube ich, von 2007 und da ist diese Route noch nicht eingezeichnet) und den Verkehr südlich vorbeileitet. Das sorgt für viel Ruhe auf der Straße und ist Balsam für meine Ohren. Ich kann endlich das Meeresrauschen hören und der Blick auf die See ist klasse.
Die Vegetation ist üppig grün und hier und da reihen sich Fischerdörfer dazwischen. Kleine Boote tuckern auf das Meer hinaus. Diese werden hier teils noch von Hand gefertigt.
Hab das erstes mal Fisch hier in der Türkei gegessen. Fangfrisch auf den Grill und ab auf den Teller. Mhhh!
Im Allem ist der Tag heut gut gelungen auch wenn es heute Morgen wie aus Kübeln geregnet hat und ich nur 26km weit gekommen bin. Am frühen Abend winkte mich der Wirt eines Teehauses heran und lud mich auf ein Glas ein. Er meinte ich könne hier schlafen. Ich brauche nur ein paar Bänke zusammenschieben. Es sollte mir recht sein. Auf der Terasse kann ich Zelt und ein paar Sachen zum Trocknen aufhängen. Ganz begeistert war ich als ich feststellte, dass die Moschee gegenüber Warmwasser hat. Da konnte ich mich ordentlich waschen ohne den Erfrierungstod fürchten zu müssen.

 

Kaya Carvey / TURKEY

Rico passed our campsite on the road this morning as he was walking towards Perşembe. We chatted for 20 minutes or so and then parted ways before it started raining again. Have a safe walk, man! It was nice to meet you. 

Vorteil Moschee

Hier im Orient bietet mir als Reisender die Moschee viel Vorteil. Sie steht fast in jedem noch so kleinen Ort. Es gibt Toiletten und fließend Wasser. Man kann sich also erfrischen oder gar ganz waschen. In der Regel ist um die Moschee herum ein Garten mit Bäumen und gepflegtem Rasen, ein paar Bänken und manchmal auch Tischen. Perfekt also um auch mal das Zelt aufzuschlagen, wenn sich sonst kein geeigneter Platz finden lässt. Es hat mir so schon ein paar Abende gerettet wie auch heute, wenn die Dunkelheit herein bricht. Es stört sich auch niemand daran wenn ich hier campe.
Glück ist dann auch noch, wenn die Gemeinde einen guten Muezzin hat. Der, den ich heute höre, macht seinen Job ganz gut. Ist nicht immer so. Manchmal ist es ein schwer zu ertragendes Gekrächzte und wenn das dann noch Früh um 6 Uhr losgeht…
So eine Selbstverständlichkeit sein Zelt einfach aufschlagen zu können und vielleicht noch eine sanitäre Einrichtung, das würde ich mir gerne für unsere Kirchen wünschen.

Ein kleiner Nachtrag aus Ankara.

Besuch des Mausoleums von Mustafa Kemal Atatürk. Staatsgründer, Haudegen und Vater der Türkischen Nation.

Welch wunderschöner Effekt, wenn das Objektiv nicht richtig geputzt ist. Rico der Löwenbändiger. Im Glanze und voller Anmut kommet er daher geritten als wolle er sagen: „Zahlen bitte!“