Der Balkan

Viel zu schnell zog Bulgarien an mir vorbei. Das Balkangebirge liegt schon hinter mir und morgen Abend werde ich wohl schon die Grenze zur Türkei überschreiten.

 

Fast schon in der Türkei

Nein, von der politischen Grenze zur Türkei bin ich noch ein gutes Stück entfernt. Dennoch habe ich überraschender Weise feststellen müssen, dass hier in Bulgarien viele und oft auch große türkischsprachige Gemeinden leben. Ich nenne es mal plump ein Relikt aus der Zeit der osmanischen Herrschaft. Wer mehr dazu wissen möchte, den verweise ich auf den Wikipedia-Artikel zu den Balkantürken.

Als ich vorgestern von einem älteren Pärchen beherbergt wurde, war die erste Frage, ob ich türkisch spreche. Kam mir schon etwas sonderbar vor. Wie sie sich so unterhielten, stellte ich schon fest, dass das kein bulgarisch ist was die da sprechen. Es lagen Zeitungen herum, deren Exemplare je auf Bulgarisch und Türkisch veröffentlicht waren. Auch im Fernsehen läuft türkisches Programm. Lustig ist „Glücksrad“. Immer wenn am Rad gedreht wird, spielt eine kleine Band und im Hintergrund sieht man die Zuschauer teils die Hüften schwingen. Auch die Kandidaten tanzen gern mal dazu.
Heute habe ich auch schon das erste Minarett stehen sehen und als ich Omurtag erreichte, meinte ich auch irgendwo einen Muezzin zum Gebet rufen zu hören.

Ja, ich nähere mich dem Orient. Das wird nun langsam klar. 🙂 Ich freu mich drauf.

 

Nisovo

Nisovo, ein kleiner aber hübscher Ort im Norden Bulgariens. Fast schon malerisch liegt er in einer Schlucht und ein wilder Bach schlängelt sich hindurch.

 

Giurgiu – Ryce (Russe)

Eigentlich wollte ich das letzte Mal auf meiner Reise die Donau zu Fuß überqueren. Die Brücke von Giurgiu nach Ruse war jedoch das Hindernis selbst. Diese wird gerade saniert und so ist nur eine Spur frei. Na ja und auf die 2 Kilometer hätte ich wohl alles dicht gemacht. Also bekam ich so etwas ähnliches wie eine Polizeieskorte. Kofferraum des Polizeiwagens auf, mich reingesetzt und einfach mal die Füße baumeln lassen.

 

 

 

Der Süden Rumäniens

Im Süden des Landes hatte sich die Mentalität der Menschen stakt geändert. Der Umgangston wurde etwas rauer. Da wurde mir auch schon mal aus 50 Metern Entfernung hinterhergebrüllt, man rannte mir nach und versperrte mir den Weg. Nicht, dass man mir etwas Böses wollte, nein. Man wollte nur mit mir reden und die gewöhnlichen Fragen stellen aber die Art und Weise passte mir gar nicht. Erst recht nicht, wenn man halb zehn Uhr morgens, mitten in der Woche mit einer Alkoholfahne konfrontiert wird. Da hatte ich schon ein wenig zu tun die Höflichkeit zu wahren.
Nichtsdestotrotz ist Rumänien wirklich großartig und es hat mir viel Freude bereitet dieses Land zu bereisen. Ich sage Danke!