Das perfekte Badezimmer

Nach drei Nächten im Hostel wurde es Zeit die Insel zu erkunden. Zum Laufen allein, wäre vom Timing her alles sehr knapp geworden und so hielt ich den Daumen raus. Mein Weg führte mich entlang eines Tals nahe Nadi. Zuerst funktionierte das Trampen noch ganz gut aber nach dem letzten großen Dorf war dann Schluss mit Verkehr. Ich wollte die Nacht an einem Staudamm verbringen aber der war noch weit. Recht erschöpft erklomm ich die steile Straße bis mir ein älterer Mann zurief „Bula! Komm und mach mal Pause!“ Vuki, so sein Name, zusammen mit seinem Bruder luden mich in seine Hütte ein und bot mir an die Nacht zu bleiben. Das wollte ich gern annehmen und erleben. Zu viel wurde mir schon von der fidschianischen Gastfreundschaft erzählt.

Vuki und seine Frau Mili bereiteten mir Essen zu. Hauptnahrungsmitte in Fidschi ist Kasava, eine lange Wurzel, die gekocht in Konsistenz und im Geschmack einer Kartoffel sehr ähnlich ist. Dazu Fisch mit kleinen zerdrückten Chilis, Limonensaft und Salz vermengt. Und danach noch Fiji Cake, also einfach nur kleine Pfannkuchen. Beide erklärten mir, dass sie nur von der Farm leben. Alles was es an Nahrung braucht wächst hier. Kasava, Bananen, Papaya, Orangen, Limonen, Aubergine, und allerhand anderes Gemüse und von allem reichlich. Wenn man also Hunger hat, dann pflückt man es sich schnell. Nur Salz, Öl und Zucker muss zugekauft werden. Einen Kühlschrank braucht man nicht.

 

 

Der Sonnenuntergang nahte und es wurde Zeit für die Dusche. Vuki meinte, wir werden die Straße hochgehen. Da sei ein schöner Platz. Den Weg durch einen Garten gebahnt stand ich plötzlich da… BOAAA! Es war ÜBERWELTIGEND! Das war wohl das schönste Badezimmer, was ich je gesehen habe. Einfach nur an diesem Abhang zu stehen, an dieser einfachen Vorrichtung am Fels und dann beim Duschen diese Aussicht zu genießen… Dieser weite Blick ins Tal zum Sonnenuntergang… So überragend, dass es mir die Sprache verschlug. Einfach nur einmalig!

 

 

Am nächsten Morgen wurde mir dann noch Frühstück zubereitet. Natürlich Kasava aber diesmal mit Garnelen und Aal. Vukis Bruder meinte, er sei für mich noch schnell in der Nacht am Fluss fischen gegangen. „Wie, schnell fischen?“. Na ja für die zwei Aale, sechs Garnelen und noch ein paar kleine Fische habe er eine halbe Stunde gebrauch. Die Flüsse seinen voll davon.